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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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dunkelste Blutstimme der Volksgemeinschaft, jenes im bewußten staat-lichen Räume schwingend, dieses im unbewußten geschlechterschwerenBoden klingend, jenes an bestimmte Gestalten, Götter oder Menschen, g e 'richtet und geknüpft, dieses an kein Verpflichtend-Gestaltiges gebundenund frei im Grund entstehend und verwehend. Das Lied bewahrt ältestesGut, das in die dumpfen Kreise hinabgesunken ist oder aus mütterlichenSchößen als Rune geboren wird, es hat den Schauer der alten Weise undRätselweisheit, wie die Hymne den Schauer des jugendlichen Tones undder Tat. Der Dichter aber ist alt und jung, ist Drud und Mensch, Stimm eder Erde wie des Himmels, des Tages wie der Nacht, in ihm erklingenunsere geheimen Träume wie unsre sichtbaren Taten.

Wenn die kurze Einleitung der zehnten Folge mit den Worten schließ 1Unsere Blätter, die eine Warte für die Dichtkunst waren und sein wolle 0 'haben heute erst recht die Aufgabe zu zeigen was als mindestes geleistewerden muß, und ihr selteneres Erscheinen verrät nur ein stärkeres Gefühder Verantwortung keine Ermüdung. Sie haben zu zeigen, daß in Z el 'ten eines kräftigen Gesamtlebens die Dichtung keine Gelegenheitsmachund Spielerei, sondern innerste Seele des Volkes ist" so klingt dies wi e 'der an den erwähnten Spruch der siebenten Folge an. Es war keine Forde'rung, die der losbrechende Krieg hervorrief, sondern Erfüllung dessen»was in diesem Kreise von jeher der Sinn des dichterischen Lebens war-Kunst ist höchster Ausdruck eines Volkes". Ein Volk, das aus diesen 1Seelengrunde keine Schätze mehr heraufführt, stirbt in seinen Wurzelab. Mit Hymne und Volkslied hatte der Dichter die weitesten Bereichdes deutschen Volkes umgriffen, und alles in ihm noch Lebenskräftige i* 11dem neuen Atem seines Geistes durchhaucht als eben der Kampf unsereVolkes um sein Dasein wider die ganze Welt begann und alle morscheStützen zusammenbrachen.

9. KAPITEL: DIE AHNEN

1 S gehört zu den größten Wundern des deutschen Geistes, daß sC^künftiges Volk schon ein Jahrhundert früher nach Ursprungsart uWesen vorgeahnt und vorverkündet wurde, daß Hölderlins Aufstieg ader Höhe der Bahn mit dem geistigen Gesicht dessen abbrach, wasGeorge am gleichen Gefährdungspunkte, nahe dem drohenden Abstuals leibliche Gestalt erschien: wo das heilige Loblied Hölderlins auf s ^geschautes Reich verstummte, begann das heilige Loblied Georges aufin Mensch und Land verwirklichte zu schwingen. Von dieser Wirklich

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