Schwingung des Ganzen zu denken. Es entspricht im griechischen Temp eldem schönen Teil, der seine künstlerische Gesetzmäßigkeit in sich trag 1und zugleich sein rhythmisches Maß vom ganzen Bau empfängt. Die Ge
sr
nd
dichte gehören daher keiner der bisher benannten Formen an, esweder strofische noch spruchartige Gebilde noch solche von freier Fh e 'ßung. Sie schwingen in allen drei- bis fünfhebigen Schrittmaßen und habe«einen einfachen Zeilenbau, der zwischen den Grenzzahlen sieben und vier'zehn bald enger bald weiter wird und nur im „Eingang" die oberste Zander Zeilen für alle Gedichte regelmäßig festhält. Wie im einzelnen sinauch im Gesamtbau die gelösteren Formen des SIEBENTEN RINGS bei-behalten aber ohne den bunten Wechsel und die weiten Wölbungen, ° lwir dort bemerkten. Der frühere Dreiklang kehrt wieder, doch auch diesesGefüge ist im Verhältnis zum strengeren des TEPPICHS durch Vorklangund Ausklang gemildert und zugleich bereichert. Die hundert Gedichtsind so gegliedert, daß die neun des „Eingangs" und der „Schlußchor" ei flZehnt, die drei Bücher je drei Zehntgruppen umfassen .. jedes Zehnt wirdurch das Tonornament eines Reimgedichtes abgeschlossen, während diübrigen neun bei reichen Gleichklängen reimlos bleiben. Gebärde u°Bild des sprachlichen Ausdrucks sind fast schmucklos geworden, die sta 'ken Farben und Hochtöne fehlen, aber alle Formen haben die spiegeln 0Ebenmäßigkeit und funkelnde Haut der Marmorsäulen und Erzbilde ■
Weder die äußere noch innere Form dieses festen und doch schwebeden Baues also erlauben ein Glied aus ihm gesondert zu nehmen, es blieundurchdringlich für jeden, der nicht selber vom Ton des Ganzen durcdrungen wäre. Welches dieser Urton ist, verkünden die neun Gedichte oEingangs mit der glühenden Schlichtheit dessen, der ihn zum ersten Maseit Jahrtausenden wieder vernommen hat, verkünden ihn als Not uWunder seiner Tage, als Erfüllung der Sehnsucht in dieser Zeit. Noch mist so rein und unerbittlich die schöne Gestalt als Sinn der Welt, als usetz des Lebens, als Preis der Liebe gefordert und gefeiert worden wiediesen Gedichten. Noch einmal werden die Jahre der Bereitung aufg erfen, als im Rausch der Feste und in der Runde sprühender Geister die atesten Riegel von lang verschlossenen Reichen aufsprangen und der Scnder gewesenen Zeit sich auftat, um die ewigen Bilder zu entlassen, uals doch ein Einziges fehlte, das all diesen Wirbeln Halt, diesen Schatt
träumen wirkliches Leben gäbe. Daß das Undenkbare und Unerzwing b
. _ . . ____ . und
dennoch geschah, wird dem gedankt, der den Strahl herniederbrachte uin das vergebliche Ringen mit den fernen Vorbildern als endliche Erlung trat. Es ist das Kind des eigenen Stammes, der jugendliche Gott « •Herr der Wende: „schön wie kein bild und greifbar wie kein träum' • **398