(abzählend) oder schauspielerisch, nicht aber rhythmisch und dichterisch2u lesen. Auch alle Hoch- und Mittellehrer, die zu hunderten unserer Ju-gend von der Antike reden, können keinen Begriff davon haben oder»eben, was ein griechischer Chor, eine römische Ode ist, wenn sie nichtlnen wirklichen Dichter wirklich dichterisch haben lesen hören".
7. KAPITEL: DER STERN DES BUNDES
MITTEN in der ungeregten Gegenwelt wirkte der Bund derer dievom Geiste berührt waren sich als lebendiges Geschehnis der TageUs - Daß er sich auch in gestaltiger Form als Dauer darstellte war Sinnes innersten Gesetzes, aus dem er geboren war. Das Geschehen des Bun-es mußte dichterisches Bild, sichtbarer Stern werden, der alle Strahlun-* en in sich begreift und wieder aussendet, es mußte im dichterischenPfachleib gegründet werden als dem geistigen Leib aller Einzelleiber, alstT *i umschließenden Herd aller sie durchwaltenden Kräfte. Dies vollzog^ ch - im STERN DES BUNDES, der sieben Jahre nach dem RING — imer bst 1913 — nur in wenigen Stücken für die engeren Freunde, im föl-enden Jahre öffentlich erschien.ü ie Verhaltungen und Handlungen der in Gemeinschaft VerbundenenUr den hier zu Wort und Zeichen erhoben; ihr lebendiges Sein erscheints geistiger Sinn, ihre gemeinsame Sitte als geistiges Lebensgesetz. Da-er s ind in diesem Werke alle Einzelerlebnisse in eine gemeinsame Sphärehaucht, alle Personen und Namen als ausschließlicher Besitz dieser|P«äre verschwunden und mit Ausnahme einiger schon außer ihr liegen-n Gestalten der Vergangenheit auch dem ihr Vertrauten nur ahnendkennbar. Nicht als ob das Einzelne und Persönliche aufgehoben wäre,besteht vielmehr in seiner ganzen Wucht und Glut, ja in keinem der. "eren Werke ist das Verhältnis des Dichters zu den mit ihm Lebendensolcher Unmittelbarkeit ausgesprochen worden wie in diesem. Aberese Darstellungen haben nicht mehr das Merkmal des Sondergemäldes, ern gehören einem ganzen Baue an und sind von seinem Räume un-osbar, an ihrem Platze unvertauschbar. Das eine Ganze hat alle Viel-Ken aufgefangen und allen Besonderheiten eine höhere Bedingtheit auf-e Pr ägt. Dadurch ist eine in der lyrischen Dichtung völlig neue Gattung3 sta nden und das Einzelgedicht hat eine tiefe Verwandlung erlitten. In-se m es zwar nicht sein Sondermerkmal als geschlossene Form wohl aberes ne Eigenatmosphäre aufgibt und die des Gesamtraumes annimmt, hatn ° c h seine Grenzen in sich selbst und ist doch nicht außer der Maß-
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