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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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stärkere künstlerische Bezwingung, seiner dichten Stofflichkeit eine gl u 'hendere Bildkraft, seinem schwellenden Gefühlsstrom und der Vielfa ltseiner körperlichen Wuchten eine gewaltigere Gestaltungskraft gegen-über, als sie bisher dem deutschen Geiste eignete. So ist der Sinn deErweiterung des sprachlichen Machtbereiches zu verstehen in dem ° aWerk der Übertragung unternommen wurde: Der größte Verkörpereund Mischer südlichen und nördlichen, leiblichen und seelischen Hedentumes wurde in seiner ganzen Wirklichkeit für die deutsche Wegewonnen.

Im gleichen Sinne sind auch die übrigen Versuche dieser Jahre zu vestehen, die geistigen Güter der Geschichte soweit sie durch Überlieferungund lebendigen Anteil in das Schicksal des einen oder anderen verflöchtewaren, von neuem fruchtbar zu machen. Wolfskehl übertrug die kleinren Stücke der althochdeutschen Dichtung (1909), in denen die heldenhafte und tragische Selbstüberwindung der Germanen fortlebt:ältesteHeidentum, tiefe Weisheit und Erfahrung des Volkes, die beschwörend 6Macht des Zaubers, drollige Neckereien, derber Humor, harte Liebe u nsüße Sehnsucht, das kindliche und gläubige Vertrauen auf Gottes Segen-das holdeste Wesen unserer Lieben Frau, die eindringende erregt a umalende Beredsamkeit der Kirche, gerechter Stolz und tiefe Sorge udeutsches Wesen, das starke männliche Christentum der ersten Kreuzzugund des erwachenden Rittergeistes". Wolters veröffentlichte die scn °für die heiteren Feste von Schönhausen übertragenenMinnelieder unSprüche" (1909), eine Auslese aus der Blütezeit der mittelhochdeutscheDichtung, und dann die ihm von früh auf vertrautenHymnen undquenzen" (1914), Übertragungen aus den lateinischen Dichtern der Kirc"vom 4.14. Jahrhundert, denen später noch die Übersetzung derP samen und Lobgesänge" der griechischen katholischen Dichter vom 2.4. Jahrhundert folgte.

Wie dieDeutsche Dichtung", von der jetzt die erste öffentliche Angäbe (1910) erschien, die noch unmittelbar in unserer Bildung wirkendeVäter der Dichtung berief, so gingen jene Werke in die ältere Ahneschaft der christlichen und heidnischen Ursprünge zurück und suchtenweltlichen und geistlichen Liebes- und Gottesgesänge ins neue Wortrufen bis zu den Ausgangspforten der Antike dringend, wo sich in üLobliedern noch griechische Erdenliebe und schon christlicher Jenseiflug mischten. Der heilige Sinn und die große Liebe, das in Minne aufflamende Herz und der in Gott erbrennende Geist waren auch hier das aehrwürdigem Erbe zu Erneuende und zu Bewahrende. Die nie veralt eden Sinnbilder menschlicher Hingabe und Begeisterung: das Schmerze

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