,n seine Grenzen einzubeziehen: auch Shakespeares ungeheuren Seelen-drang und Heldenwuchs. Nachdem er mit der Verdeutschung der Sonettee robernd bis in die dichterische Mitte des Briten gedrungen war, beschloßer auch den ganzen gewaltigen Bau der Dramen ein: er tat es in um-fassenderer Weise als die Klassiker und Romantiker es getan und be-wahrte und erneuerte zugleich was sie schon gewonnen hatten. Es war einar »derer Shakespeare als unsere Väter ihn geliebt und wie ihn die Roman-"ker unserer Bildung als deutsches Gut für immer einverleibt hatten. Als2w ecksetzende höchste Vernunft, als genialer Menschenschöpfer, als Dar-steller und Erreger brennender Leidenschaften, als bildender Gestalter undgrenzenloser Beweger und Gliederer des Lebens war er ihnen erschienen,W'e Gundolf in seinem inmitten der Ubersetzerarbeit geschaffenen Werke»Shakespeare und der Deutsche Geist" (1911) es zeigte. Was jetzt erstandar der große Dichter des heroischen Menschen in seiner ewigen Gültig-st und zugleich seiner zeitbedingten Bildlichkeit: Shakespeare als derMächtige Sprecher seines Stammes, der die tiefste Sicht und vollste Habeei nes Inselvolkes zu unvergänglichen Gestalten formte, weil er als ein-her Herr der Zeit über den ganzen Seelenstoff seiner Welt verfügte,lese dichte Wirklichkeit Shakespeares in ihrer sinnlichen Fülle und gel-egen Kraft konnte erst neu gesehen werden unter dem stärkeren volle-^ n Pulsschlag unseres Lebens, konnte erst neu gestaltet werden durch dieSicherung und Schmeidigung unserer Sprache, durch die neuen Mög-lc hkeiten, die ihr in den letzten Jahrzehnten angewachsen waren, wie esn der Einleitung der Shakespeareübertragung heißt: „Sinnlichere Füllen d dichtere Farbigkeit, neue Intimität, Kraft des Verinnerlichens und^"tönens, größere Biegsamkeit, leichteres Ausdehnen und Zusammen-tuen, rascherer Ton- und Tempowechsel". Dieses dichterische Mitteler war nur Ausdruck einer Geistesverfassung, in der die staatliche Wirk-cil keit schon zu neuer Empfängnis gelangt und mit neuem Menschtumcll Wanger ging. Erst auf diesem Grunde war es möglich, die gewaltige,. n °ändig e weltüberherrschende Kraft, aus der England gespeist wurde,deutsches Menschtum einzubeziehen, war das Wagnis sinnvoll, in die°W des denkerischen humanen Bildungsdeutschland den erde- und meer-J^greifenden Tatdrang, die schicksalverachtende Entschlossenheit undac htwilligkeit zu gießen: zu dem klassischen und romantischen Shake-P ej »re den des heldischen Anspruchs und herrscherlichen Griffes zu fügen.Ie höhere Sprachform aus dieser Wurzel gab erst die Möglichkeit dasf chaische Monumentale der Shakespeareschen Sageweise zu erfassen,ne daß sie sprengend oder verwildernd wirkte. Denn der größeren Dämo-e ' wie sie uns in Shakespeare sichtbar wurde, stand durch George eine
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