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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Grunderlebens das Selbstverständliche war: das gemeinsame Vorgehen, diegemeinsame Haltung, der gemeinsame Glaube wirkte wie ein Stachel underweckte die Leidenschaften. Den Genius konnte man zur Not noch alseinsame Größe neutralisieren, eine Gruppe nicht mehr, die sein Werk undWesen nicht als fachlich einzuordnendes Wissen sondern als menschlicheForderung vertrat. Ihre Geschlossenheit in Herkunft und Ton bestritt derSegnerischen Weltanschauung ihre einzige Gültigkeit in der GegenwartUj id nahm ihr das gute Gewissen einer bisher unbezweifelten HerrschaftÜber die Geister der Zeit.

Dieses deutliche Bekennertum nach außen reinigte auch die Luft imei gnen Lager: manche die gern im Halbschatten unverpflichteter An-hängerschaft mitliefen, flohen vor diesem Schritt ins Offne entsetzt von^nnen und gründeten private Zirkel mit dem Anspruchechter" Jünger-c naft undeigentlicher" Hüter des Grals posierende Winkelgrüpp-c "en, die bald in Nichts zergingen. Frühere Freundinnen grollten um die"Frauenfrage", deren Ursprung sie miterlebt hatten und konnten den^eg der jüngeren Frauen nicht gehen, die in der Härte der imJähr-ten" vertretenen Meinung eine tiefere Lösung aus zeitbedingten Nötenan den, indem sie die ewigen auf sich nahmen wie der Mann die seinen,andere Freunde waren tief betroffen durch die Gegnerschaft zur Musik,le Wolfskehl bis in den metaphysischen Grund hinabführte, und Breysiger hob i m Kreis der Schönhäuser Freunde flammenden Einspruch gegen>e Verunglimpfung der Wissenschaft. Daß die Jüngerendie Verführe-rn kalte Unzucht der Erkenntnis um ihrer selbst willen" als Selbstbe-eckung des Geistes bezeichnet hatten, daß sie in der Dichtung die glü-ende Erschütterung jenseit aller kritischen Vernunft erfahren und als, e ) u gen Schoß alles großen Handelns und Leidens, aller nährenden Weis-et Und fruchtbaren Schau verehrten, das schied ihn für immer von derc har, die nach seiner Meinung die Wissenschaft an die Kunst, den Ge-hrten an den Dichter verraten hatte. Hinter dem scheinbaren Streit ume mungen stand der Wettstreit des Forschers, der das Verhältnis vonerneinschaft und Persönlichkeit in der Geschichte neu erkannte, und demIc hter, der es in einem neuen Geiste schaffte. Breysig kämpfte um sei-en geistigen Rang und um die Liebe seiner Nächsten, aber er mußtehne daß sein Gegner auch nur einen Finger rührte unterliegen, weilseine Kräfte und damit die Höhe seiner Stellung überschätzte under gaß, daß sein Bund mit den Jüngeren erst auf dem Boden der Dichtungln en lebendigen Hauch erhalten hatte, daß ihm erst in der Werkstatte r Dichter Sinn und Mittel unmittelbarer geistiger Bewirkung des Men-er » aufgegangen war. Als er daher sie, die nun schon Jahre hindurch

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