Sie scheuten sich nicht die Verfallsformen an typischen zeitgenössischenUnternehmungen oder Personen aufzudecken, die damals noch unerschüt-terte Mächte oder anerkannte Größen des Bürgertums waren: die Presseu nd das Theater als die heuchlerischen Bildungsträger und geistigenScheinwirklichkeiten, die sie sind, die moderne Musik als das Zeichen^er europäischen Seelenentartung, das sie geworden war, die Ubersetzungs-künste und Betrachtungsweise von Wilamowitz als die bürgerlich-mora-lische Verflachung und Verhunzung der antiken Tragiker und Piatons,a k habe kein Nietzsche gelebt und sei unser Traum von Hellas für immer^loschen. Wo immer Gefahr der Entseelung in den Künsten oder Wis-senschaften, in der Arbeit oder im Staate drohte, rissen sie ohne Scho-nung die verschleiernden Masken von den modernen Götzen, ob sie „Ver-ehr" oder „technischer Fortschritt", „Massenwohl" oder „Frauenfrage","'achliche Schulung" oder „allgemeine Bildung", „ewiger Friede" oder" r eligiöse Sehnsucht" hießen. Sie maßen sie an den ewig gültigen Wer-e 1 und erwiesen sie als das was sie waren. Verkehr und Technik alselbstzweck gewordene Mittel der Gesellschaft, die nur immer sich selbstln gesteigerter Sinnlosigkeit erzeugen können: der Verkehr immer schnel-len Verkehr, die Technik immer vollkommenere Technik. Fachlichec hulung und allgemeine Bildung als Verzicht auf gesamtmenschlicheu dung ohne Rücksicht auf die Verkümmerung des Einzelnen wie des°lkes: im Fach die Häufung des Wissens um des Wissens willen, iner Allgemeinheit die Verbreitung und Verbreiung aller Erkenntnis ohne»angebende Stufen und Ränge und in beiden Bereichen ein Ausschaltenessen was erst Erziehung und Unterricht zur höheren Bildung befähigt,es leidenschaftlichen liebenden Verhältnisses von Lehrenden und Ler-e hden, von Älterem und Jüngerem, Führern und Folgern, Meister und°"n. Massenwohl und Frauenfrage als ungeheuren Krankheitsvorgangirnal losgebrochener nicht mehr zu bändigender Triebe der wirtschaft-en Entwicklung: das Massenwohl, von unten schrankenlose Begehr-c nkeit von oben bewußter Täuschungsversuch kennzeichneten sie alsheilbare fressende Wucherung, die man sich gewissenlos zugezogen undle nun durch Bemäntelung Aufschub und Nachgeben zur unüberwind-c «en Notwendigkeit angeschwollen war; die Frauenfrage als ein Versagen° n Seiten des Mannes, die Hälfte des Menschengeschlechtes in einer vontti gesetzten männlichen Ordnung des ganzen Geschlechts sinnvoll zulri den, ein Teilnehmen der Frauen am schlimmsten Frevel, ein Mitfallr Frau auf dem schlechtesten Wege des Mannes, an dessen Ende sie"ien tauglichen Sohn gebären, keinem großen Mann mehr das Leben"enken könnte. Ewiger Friede und religiöse Sehnsucht endlich als
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