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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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zersetzte Sicherheit des heldischen Antriebs und die mitreißende Gewaltdes seherischen Fluges. So war er durch Rang wie Verwandtschaft unddurch die Schicksalsstunde, in der mitaufkeimte, was Dante an ewig enmenschlichen Werten ausgesät hatte, der berufene Verdeutscher Dantes.Er hat durch mehrere Jahrzehnte, soweit das eigne schöpferische Tun ih" 1Raum ließ, sein großes Können und seine unbeugsame Beharrlichkeit andie Übertragung der Gesänge gesetzt, die ihm für uns die lebennächstendeuchten. Er dachte nie, wie es im Vorwort der ersten öffentlichen Aus-gabe (1912) heißtan einen vollständigen Umguß der Göttlichen Komödie-dazu hält er ein menschliches Wirkungsleben kaum für ausreichend". Wa ser aber fruchtbar zu machen glaubte, istdas Dichterische, Ton, Bewegung'Gestalt: alles wodurch Dante für jedes in Betracht kommende Volk (mit'hin auch für uns) am Anfang aller neuen Dichtung steht". Daß hier einMeister sich im andern bekennt und mit jedem Wort der verwandtenmenschlichen Haltung Ausdruck geben will, läßt die Übertragungen alseine verjüngte Schöpfung erscheinen, in der die Nähe der sprachliche 11Fügung zugleich eine menschliche Nähe bedeutet. Darum sind Wort u°Gebäude so neu, weil sie im alten Meister die Lebensführung des geg eI1 'wärtigen mitverdeutlichen und jede Wucht und Biegung der alten Sprachvon heutigem Leben erfüllt worden ist. George übernahm die Terzine tO*allen Schwierigkeiten in ihrem schweren Fluß und vollen Wohllaut,hielt das Satzgefüge in seiner strengen Bauart und rhythmischen Gli ederung bis in jede herbe Wendung bei, gab dem Vers die gleiche DichteSinngehaltes ohne Füllsel und matte Aushilfen, den Bildern die gleiche Linienreinheit und räumlich klare Tiefe, der Haltung und Bewegung der Ostalten dieselbe adlig sichere Wucht und ruhige Vornehmheit und jen eMenschenstolz, der auch im Grauen der Verdammnis und im GlückSeligkeit seiner Würde nichts vergibt. Es ist ein neugeborener Dante, desen eherne und erhabene Sprache durch George in die deutsche Spra ceingegangen ist und sie in Ton und Fließung mit einer ruhigen königli° nHarmonie erfüllt hat, die bisher unserem Mutterlaute unerreichbar schieAm wenigsten von den großen Bürgen war Shakespeare dem deutschGeiste fremd geblieben. Es bedarf, vor allem nach den Werken Gundokeines Wortes darüber, wie tief sein Wesen seit beinah zwei Jahrhundten auf uns wirkte und mit jedem Wechsel unserer geistigen Lage s 1neue Kraftströme aus der unerschöpflichen Welt seiner Dramen in unsSeelen ergossen. Indem die Romantik Shakespeare durch die Schießsehen Übersetzungen als ein sprachliches Gesamt das heißt als geis"&Einheit für die Deutschen wiedergebar, hatte sie, hierin die Erbin Goet 'sich selbst überwunden und den grenzenlos-schweifenden, märchenha

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