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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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oder erklärend, für einen unbesonnenen Stürmer, für einen trunkenentollen Schwärmer halten. Sein Gang ist fest und kühn, der Plan seiner Odenist Gebäuden gleich so tief und groß angelegt, seine Bilder sind so erlesen,die Pfeile seines Gesanges treffen so kühn, daß wie schon Horaz aus eig e 'ner Erfahrung meldet, diesem Dädalus nachzufliegen ein Wagstück seinmöchte. Ihn hebt und treibt Himmelsluft und in ihr sein eigener, nichtstürmischer aber starker und erhabener Geist. Pindar als ein Held desGesanges, weckt und führt zum Ruhm, er singt Griechen, die von Heldenund Göttern entsproßt waren, er bildet und schafft Helden."

Unter dieser Sicht taucht er im Kreis der Blätter mit den HölderlinschenÜbertragungen wieder auf, von denen der junge Norbert v. Hellingrath in 1Jahre 1910 die erste Ausgabe im Verlag der Blätter besorgte, und Georgeder Meister im Liede der Freundschaft und des Heldentums, der Ahnen-furcht und des Gottespreises kündete mit der Berufung des Doppelgestim sPindarHölderlin den neuen kommenden Hymnensang der Deutschen an-Wo kaum noch die Schatten der großen Namen standen, hat er sie wied elmit Leben erfüllt und von seinem Blute trinken lassen, daß sie leibhaft unteuns traten und die Glut der Jugend sich an ihnen entzünden konnte, Wider Mensch sich sieht, so sieht er die Welt: mit dem Zerfall des antike 0Heroenbildes stürzte der gestaltige Kosmos, mit der Auflösung des chrisliehen Heiligenbildes der Himmel der Seele ein, und was in den Werkedieser hochzeitlichen Alter an ewigem Menschtum verfangen ist, versinkin leere Vergessenheit oder verblaßt zu schalem Wissensstoff, wenn m cein neues Feuer in den Herzen angefacht wird, das es begeistert ergreiund wieder in den Kreislauf des lebendigen Blutes überführt.

Dante war gewiß nicht so verschollen wie Pindar, aber er war vielleicnoch weniger als wirkende Gewalt im deutschen Geiste lebendig als diesund die brennenden Atome seiner unauslöschlichen Gedanken, um an cWort Shelleys zu erinnern, lagen noch verdeckt in den Aschen ihrer vburt, schwanger mit einem Blitze, der noch keinen Leiter gefunden hatDenn wen berührte das adlige Manntum des Florentiners, wen stächeseine unerbittliche Strenge, wen berauschte sein licht- und raumbezwingder Schöpferstolz? Ein Halb Jahrtausend waren wir an ihm vorübergeggen. Unsern Aufklärern im 18. Jahrhundert war schon sein Stoff zu angläubig und finster gewesen, unsere Erneuerer und humanen Klassischeuten zurück vor dem straffen staatlichen Weltbau seiner Katholikund mieden die dunkle Furchtbarkeit der christlichen Unterwelt mit deselben Schauder wie den Tod- und Leidensgrund der Antike. Noch Goestand, zwar ehrfürchtig vor der großenNatur" des Florentiners aber fr evor derabschreckenden Großheit" und den undurchdringlichen Finstern

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