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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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leiblichen, und ebenso wunderbar wie die Geburt des Genius aus der Paa-rung schlichter Eltern dünkt uns, daß der Dichter aus seiner Liebe z ueinem Geliebten oder einer Geliebten die Gestalt eines göttlichen Wesens»seines irdischen Helden oder seiner himmlischen Verklärten gebiert und m sewige Wort bannt. Beides sind Geburten ohne Willkür, unberufbar und un-durchschaubar. Jedesmal aber wenn an den Wendezeiten ein solcher kommt)der für seine Liebe das lebengestaltende Wort beherrscht und zugleich alsPerson, als Meister und Freund in lebendigen Leibern und Seelen zu zeugenvermag, sie umschafft und aus Erweckten zu Wiedererweckern wandelt»horchen die ewigen Mächte auf und rücken die großen Geister der Jahrtau-sende nahe. Denn ein Uranfängliches bricht auf und ein neues Götterant-litz erscheint in der Zeit. Er aber schaut von Gipfel zu Gipfel und ruft oWfrüheren Künder der großen Liebe zu Bürgen seines Tuns und seiner Ge-sichte an, denn seine Einsamkeit ist groß unter den Menschen, die sich g ettlvom kleinen Glücke fristen und den erschütternden Blick in die Fülle deDaseins scheuen.

So sehen wir George in der achten und neunten Folge neben die GedichteMaximins die Sonette Shakespeares neben die ersten Gedichte aus demStern des Bundes" die Gesänge Pindars in der Übertragung Hölderlinund zu gleicher Zeit die erste Sammlung seiner Dante-Stellen veröffenliehen, als bestellte er die drei großen Namen zu Wächtern seines jungebeginnlichen Reiches.

Pindar war ohne Wirkung auf unsere Dichtung in christlicher Zeit» ider der Hymnus nur dem übernatürlichen Gotte, seiner Mutter undHeiligen erscholl. Der Preis leiblicher Helden und Sieger hatte keinen Sinfür eine Welt, nach deren Glauben der Preis und Lohn für irdische Taterst im Jenseits lag und nur der unsterblichen Seele galt. Erst mit der innren Wende und Wiedergeburt wachte auch die Begierde nach TriumPund Ruhmliedern auf, erschien Pindar wieder und suchten die europäischDichter ihn für ihre eigenen Sprachen zu gewinnen, am spätesten die D esehen, die nach dem Erschlaffen der lateinischen Hymnen der KircheSeelengesang im deutsch-protestantischen Kirchenlied weiterschwangErst als Klopstock aus dieser Sphäre den gewaltigen Flug zum weltli cl1Gottes- und zugleich Freundeshymnus gewagt, als Winckelmann die Gehder Heldenleiber aus der Freundesliebe verkündet und mit der großeaugenhaften Fähigkeit zugleich die sprachlichen Mittel sie auszudrücgefunden hatte, als endlich der junge Goethe mit noch erhabenerem Fing

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sprachliche Mittel für einen deutschen Pindar gegeben und neben tüchti

un cschwung ihm auf diesen Bahnen gefolgt war, waren geistiger Raum

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aber unzulänglichen Versuchen schenkten uns Herder, Wilhelm V. S u

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