langen Ringen der häßlichste unadligste und gemeinste in seiner Erschei-nung, seinem Tun und Bilden von allen Brüdern antiker und christlicherZeit.
George stritt daher nicht gegen das Christentum, sondern gegen die Ver-derbnis des weltlichen Menschen und damit zugleich um sein Erbe. Ihn 1waren die Kräfte gegeben, die Sinne und Leidenschaften zu reinigen, denStoff zu beseelen, das Leben zu weihen, den Gott im Menschen zu zeugenund so das Geheimnis der Einung des Irdischen und Göttlichen zu erneuern.Von Beginn an hatte sein liebender Blick auf der brüderlichen Weltgeburtder Hellenen geruht, aber jetzt erst, als er zum ersten Male selbst die gan-zen Kräfte im vollen Kreis der Liebe beschlossen, als er wahrhaft den OWverleibt und wahrhaft den Leib vergottet hatte, rührte er an das verwandteGeheimnis antiker Ahnenschaft und rief „das hellenische Wunder" z urnZeugen seiner Weltschau an: „Wenn unsere führenden Geister, voranGoethe, sich vor dem hellenischen Wunder niederwarfen und die gr ie 'chische Kunst, besonders die Bildwerke als höchstes Ziel betrachteten", s °heißt es in der neunten Folge, „so muß dahinter mehr verborgen sein alsdie Erklärung, daß südliche Heiterkeit und wohlgefällige Form sie so ein-genommen hätte, daß sie darüber sogar die Kräfte und Leistungen ihre seignen Volkes gering geschätzt. Sie kamen vielmehr zur Erkenntnis, d ahier für die ganze Menschheit ein Unvergleichliches, Einziges und Vol *kommenes läge, dem nachzueifern alles aufgeboten werden müsse, und dadie Bestrebungen des so geliebten Fortschritts vorerst einmal in diese Ba"zu lenken seien. Verglichen mit den Griechen mußten ihnen die Leute d eeigenen Volkes trotz all seiner gewaltigen Gaben fast wie Zerrbilder vorkommen. Freilich verlangten diese führenden Geister nicht ein äußerlichNachahmen das zu dem gerügten Klassizismus führte, sondern eine Durcdringung, Befruchtung, eine heilige Heirat. Alle Erläuterungen weshalb s»
die Griechen in solcher Höhe sahen, alle Untersuchungen welche ganz P
Tri"sonderen inneren Beschaffenheiten und äußeren Umstände gerade diesen >■
sulanern den Vorrang vor allen Völkern verschafft hätten, reichen m caus. Hinter den Erklärungen geschichtlicher, schönheitkundiger und P esönlicher Art liegt der Glaube, daß von allen Äußerungen der uns bekanten Jahrtausende der griechische Gedanke: ,der Leib, dies SinnbildVergänglichkeit, DER LEIB SEI DER GOTT' weitaus der schöpferischs* 6und unausdenkbarste, weitaus der größte, kühnste und menschenwürdig 3war, dem an Erhabenheit jeder andre, sogar der christliche, nächstenmuß".
Von der so gewonnenen Höhe der Sicht sah er Antike und Christentn *nicht „als geschichtliche ein für allemal dagewesene überwundene368