Fülle der Ewigkeit lag im fruchtbarsten Nu der Gegenwart und die ewigeSchönheit erschien als geschöpflicher Zauber, als vollkommenstes Werk,a ls tiefste Schau, als herrlichster Sieg: als göttliche Gestalt der Dinge undLeiber.
Mit diesem Sein und Schauen vertrat George das ganze geistige Erbe desKampfs zwischen Antike und Christentum, er konnte es retten weil er mitReicher Wesensart die neue Schöpferkraft verband, als sich die letzte Span-n ung beider Welten löste, als die christlichen Werte erlahmten und die an"ttem Gegensatz erwachsenen weltlichen Kräfte mit ihnen zu zerfallenhöhten. Denn wohl hatten die großen europäischen Geister versucht dasübersinnliche wieder mit dem Sinnlichen, das Göttliche mit dem IrdischenZx * vereinen, wohl hatte der große Staufer göttlichen Ursprung und göttlicheWeihe wieder für den Staat gewonnen, wohl war Dante mit seinem Men-c henleibe durch alle Sphären des Jenseits bis zur höchsten Gottheit ge-wandert und hatte das oberste Licht in die Dichtung gesenkt, wohl hatteGeister Ekkehart auf der umgekehrten Bahn der Verinnerlichung die Seele,s zur Gottgleichheit gesteigert und das einheitliche Sein geschaffen, wohl^aren in den folgenden Jahrhunderten Erdenlust und Sinnenfreude gewach-en > hatte der verfemte Zauber der Natur seine begeisterten Schwärmer,att en die Körper und Kräfte ihre bohrenden Forscher, der Aufbau der'Offlichen und geistigen Welt seine kühnen Denker und die Regelung desgeselligen Lebens ihre Neuerer und Täter gefunden. Der Strom eines neuenUnglaubens durchflutete alle Künste und Wissenschaften, alle Fahrtenn d Taten, alle Wünsche und Leidenschaften und die Religion der Mensch-• c hkeit, an den Denkmälern der Alten genährt, durchglühte die edelsten^ er zen und befeuerte ihre Kämpfe um das neue Heil der Erde wider diectlr istlichen Verzicht- und Jenseit-Gewalten. Aber über all diesem Ringenmen ein Vergebliches zu liegen und die eine Gewalt sich an der anderena ü ^schöpfen, das Geheimnis des Christentums entleerte sich und das der^tike wollte sich nicht erschließen. Die offnen Qualen in Michelangelosa °ionen, die sternlose Größe der Shakespearschen Helden, der schwei-nde Verzicht der Goetheschen Gestalten, der Hohn der Zweifler und die"den Flüche Nietzsches besagten nur das eine: daß ein Letztes Unge-st es über dem Dasein lastete. Das Sinnen- und Erdenreich wurde er-e rt aber nach der Sprengung der Fesseln und der Aufklärung der Nachtle b es entweiht, entheiligt und entgottet zurück und statt der Himmelf chstrebte der ernüchterte glaubenslose Mensch die Unendlichkeit einer^seelten Stoffwelt, die Dürre einer mächtelosen Begriffswelt, die ödeeer e einer Betriebs- und Wirtschaftswelt, die wachsende Häßlichkeitcr entwürdigten entgöttlichten Natur: er selbst nach dem jahrhunderte-
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