ganzen Wege von den HYMNEN bis zum SIEBENTEN RING lagen für ihndie Gefahren und Gegnerschaften nicht im christlichen Raum wie beiLuther und Friedrich, Goethe und Hölderlin und noch bei Nietzsche, j aselbst bei den eigenen Gefährten wie Verwey, Derleth und den Kosmikern>in denen der uralte Kampf zwischen Antike und Christentum ausschwang'In George war der Gegensatz aufgehoben und selbst die Entzweiung un-wirklich geworden. Er hat das Christentum weder gehaßt noch bekämpft»aber auch nicht zu erneuern versucht, er hat die Antike geliebt, aber wederzurückgerufen noch nachzuahmen versucht: er ist weder ein christlichernoch ein antiker, sondern der neue deutsche Mensch unserer Tage, der alserster einen Boden außerhalb der beiden Weltreiche schuf und sie vomselbstgeschaffenen Grund als geistige Erscheinungsformen des ewig enMenschen überschaute. Was an hohen menschlichen Werten durch katho'lische und humanistische Überlieferung und Bildung noch lebendig war 'ist samt dem dumpferen Bluterbe von Geschlecht und Scholle in sein Wer»eingegangen, was an toten Einrichtungen und toten Stofflichkeiten sie»aus jenen beiden Bereichen um ihn häufte, hat seine Schöpferhand nich*berührt.
Er stellte dar was seiner Natur und Entfaltung eingeboren war: o enMenschen in der ungebrochenen Einheit und Fülle seiner welthafteKräfte, als Wesen das die Welt in seinem Erdentag beschließt und sich »ihm vollendet. Aus diesem innersten Kerne seines Selbst erschien ihm f fellieh alles christliche Menschtum als ein strebend-unvollendetes, das 1IPZwiespalt zwischen Leib und Seele, vergänglichem Diesseits und ewig eJenseits, ungöttlicher Natur und stofflosem Gott niemals in diesem Dase»die ganze Erfüllung der Liebe, niemals die volle Wucht des gegenwärtigAugenblicks, niemals die ganze Blüte der Schönheit, niemals die dienVollendung der heldischen Tat erreichen kann, sondern mit der größer eHälfte des Kräftebogens immer außer dem Leibe, außer Zeit und üaußer Werk und Geschehen in einem Andern, Unendlichen, Uberweltlichein einem unfaßlichen und unsichtbaren Draußen steht, dem alles Sehngilt und vor dem die irdische Hälfte nur leichter Staub, Sünde oder W edes Satans ist. Im antiken Menschtum dagegen sah George die ihm tief vewandte Art: das runde alle Mächte der Welt in seiner Gestalt beschließe 0Wesen, das sich hier vollendet, hier seine Würde und Seligkeit, seine Ground Schönheit findet und drum nicht in der entäußernden HingabeSelbst, sondern in der Gleiches im Gleichen schaffenden Zeugung die Wdurchglühende Liebe sah: den Eros, der jenes einzige Miteinander des gliehen Menschen und menschlichen Gottes schuf. Da war kein Zwi eS Pzwischen irdischem Wandel und himmlischem Sein der Seele, sondern366