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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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in das Fernenland schauen, wo sich die Bilder seiner Hellenensehnsuchtim eignen Volk und Land erfüllen und auch die Früchte seiner Helden-arbeit reifen: einen seligen Augenblick lang schließt das erhabene Paa rdie Kluft zwischen deutschem Traum und deutscher Wirklichkeit, undder dieses Gesicht als Ahnung vor der Seele des Brudergeistes aufsteige 0ließ, hatte den Beginn seiner Erscheinung schon erfahren.

3. KAPITEL: ANTIKE UND CHRISTENTUM

ES ist eine ewige und unerklärliche Mitgift des deutschen Volkes, daß eSbei jedem Erwachen sich der Griechen erinnert, als wäre das in in 10Ungeborene, das es künftig darstellen soll, schon einmal in erreichbare 1 "Form dargestellt gewesen und als müßte es an diesem stufenweise sich ent-hüllenden Vorbild zu seinem Eigensten reifen. Immer aber war dieses Er-innern zugleich eine Abwehr der seit Jahrhunderten in Gefühl und Bl uübergegangenen christlichen Formen, ein geistiger Kampf, der im 19. Ja nr "hundert sein Ende zu finden schien, als die gegnerischen Kräfte an deunschädlichen Wendung" ins reine Wissen erlahmten.

Da rief Nietzsche, der als letzter in unseren Jahrzehnten die Doppelh eldurchlebte, den Kampf noch einmal auf, aber nicht als ein Sichmessen deGegenkräfte, sondern und darum mit Recht der ersteAntichrist ""'als ihre äußerste Entzweiung: die Antike lieben und sie leben wollen h»efür ihn das Christentum hassen und vernichten wollen: Dionysos gegen deGekreuzigten blieb sein letzter Ruf. Er nahm wie keiner teil an dem letztegroßen christlichen Endrausch der Philosophie und Musik, aber er w£)1keine Versöhnung zwischen Antike und Christentum, wollte kein Einsenfern der Gegenkräfte der Welt in Lebensverneinung noch Liebesversekung, ihm genügte weder das klassisch-humane noch das romantisch-mythische Hellas, sondern das im hellen geschichtlichen Raum erkennbare ogroßen Weisen, Dichter und Täter: das heldisch-tragische Hellas, das er adem dionysischen Leidensgrund emporsteigen ließ. Gegen das lebenvfälschende seelenversklavende Leid und die leibverzehrendc übersinnh cLust des Christentums rief er das heroische Leid und die heroische Ldes frühen Griechenlands auf, die nahtlose Einheit seines Menschtums f"allen Schauern und Freuden der göttlichen Natur, seine volle Bejahungdischer Qualen und Wonnen um des höchsten männlichen Glückes W>'um das Siegesgefühl des harten geschmeidigen adligen Menschen im W ekämpf mit seinesgleichen. Den griechischen Agon hatten die KlassikerBildung des schönen und kräftigen Leibes gesehen, Nietzsche sah in '

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