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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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w ie jene fast zu gleichen Teilen im jüdischen, protestantischen oder katho-lischen Glauben erzogen worden, aber kaum noch von den matten Bin-dungen dieser Bekenntnisse gehalten. Die einen bedrohte, die andern hattedas Zweifeltum des Jahrhunderts schon auf den Schulen und durch dasherrschende Schrifttum berührt, aber da die einen noch in der ungebro-chenen Kraft des Blutes das Gedicht, die andern schon im unverdorbenenKnabenalter die Hand Georges ergriffen hatte, so war ihnen allen dasWunder des neuen Lebens aufgegangen. Die Gewißheit, verschwiegene inen göttlichen Dienst zu tun, wenn sie diesem Werke und diesemWanne folgten, lebte bald heller bald dunkler, bald quälend im Wider-streite mit anderen Lebensmächten, bald freudig in keckem ÜbersehenQer Schwere der gesetzten Aufgaben, aber immer glühend in den jungenee len. Sie hatten manches vor den älteren Gefährten voraus: sie brauch-en nicht wie diese in der entgötterten Welt, durch eiserne Zucht, diel nr Persönlich-Einzles aus dem Wirrsal rettete aber auch festheftete, sichlI1 en sicheren geistigen Ort der Abwehr, einen unverrückbaren Fechter-Endpunkt zu erwerben; ihnen trat weiter die ganze Fülle des George-Sc he n Werkes von den HYMNEN bis zum TEPPICH als Einheit als eineSanze geschlossene Welt entgegen; sie begegneten endlich dem Meistere 'bst auf der Höhe seiner Lebensbahn, in den Jahren der Erfüllung sei-es höchsten Erdenschicksals. Den Jüngeren, die unter diesen günstigene 'chen herangewachsen waren, brachte das große Erlebnis des SIEBENEn RINGS kein Fremdes zu dem bisher Erlebten sondern nur dessenhöchste Steigerung. Die früheren Werke waren nicht weniger wunderbarUr sie als das neue und sie erfuhren nur das Höherschreiten auf der glei-che n Bahn, die Krönung dessen, was sie schon geglaubt hatten. Mehr als°ni Buch Maximin wurde der eine oder andre unter ihnen von denj^engedichten" betroffen: denn während jenes in der Richtung des bis-sigen Fluges lag, schienen diese die steile Linie der früheren Jahre zuerl assen und zu den Niederungen der Geschichte ja der Gegenwart hin-zusteigen. Freilich war man den hohen Ton des staatlichen Gedichtesn Deutschland nicht gewohnt, und es bedurfte für die unstaatliche Gei-'gkeit der jungen Deutschen erst der Einswerdung von Geist und Staat,r st der Erweckung eines neuen Gemeinschaftssinnes auf dichterischem° de n, ehe die getrennten Sphären ihrer weltweiten Gedankenbauten sich" den wuchtigen Notwendigkeiten bluthafter Gebilde verbinden, ehel ge Idee und irdischer Tag in ihnen zusammenfließen konnten. Aberserade vom Mittebuch des SIEBENTEN RINGES her, das die älteren Ge-rten schamhaft als ein rein persönliches Erleben des Dichters umgin-n oder in seiner verpflichtenden Unbedingtheit ablehnten, durchdrang

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