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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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schon erfüllt war. Schon das Hersagen dieser Gedichte war eine verpflich-tende Handlung, denn ihre Erhabenheit hob das Alltägliche auf und ver-urteilte ohne Spruch ein kleinliches Gebaren: sie schön finden, hieß demSinn ihrer Schönheit gerecht werden, sie groß finden, der Größe ihre sSchöpfers folgen. Sie waren für uns jedem Streit der ästhetischen, poe-tischen oder moralischen Meinungen entrückt, wir, die leidenschaftlichenUnterredner, denen keine Nacht zu lang war, um sie über einer strittige 0Frage zu vertun, haben nie um den dunklen Gehalt eines Gedichtes odereiner Strofe gestritten, sondern jeder wartete auch jahrelang der Stunde»bis sich der Sinn ihm erschließen würde. Es war ein Reifenlassen derSeelen in der Luft des neuen Geistes, der uns durchdrang und mit wach-sender Macht auch das Schicksal der Freundschaft ja bald des gesamter»Lebens bestimmte. Geliebte Freunde, die den neuen Weg nicht mitgehet 1wollten, blieben zurück oder traten grollend beiseite, andre ertrugen eSnicht sich von den Verpflichtungen und Vergnügungen der bürgerlicher 1Gesellschaft freizuhalten und verließen uns, wieder andre glaubten lfluns Verräter an der freien Persönlichkeit zu sehen und wir mußten s' elächelnd gehen lassen. Wir wurden, bei aller Freiheit und Beweglichke 1in Seelendingen, im Punkte der geistigen Überzeugung streng bis z uHärte und übertrieben die neue Forderung des schönen Maßes bis z uformalen Verstiegenheit. Von denen die gedichtet hatten, ließ der e*jeden Versuch für lange Jahre ruhen, suchte der andre den dunkelsteAusdruck und den härtesten Klang, das Ungewohnte um jeden Preis *erzwingen. Vieles Törichte und Mißverstandene mochte bei diesem F* lflgen unterlaufen, aber gewiß war die Entfernung vom Bürgerlich-Pl atteund der Abschluß vom Gemein-Alltäglichen. Man erlebte die Erde o eund tat lieber nichts als etwas Falsches, man nahm das Recht der Jugeflauf schöne Muße und festliche Tage nach den Wochen der Arbeit in v °lern Maße in Anspruch und hielt Leib und Seele sauber bis die Stun»zum Handeln rufen würde. Das persönliche Erscheinen Georges gab al' eÜberschwang sein rechtes Maß und führte alles Starre Übersteigerteden menschlichen Fluß des Herzens zurück: aber es bestätigte zugl eiCjeden Glauben, den seine Dichtung in uns erweckt hatte und gab unserverehrenden Liebe erst das heilige Recht für den lebenden Meisterbrennen und zu wirken.

Vor diese und andre Jugend wir haben nur die Namen genanwelche später durch Werk oder Amt bekannt wurden trat nun ebefalls das GEDENKBUCH und DER SIEBENTE RING. Diese Jungen e°Jstammten wie auch die älteren Gefährten aus dem Bürgertum des sUliehen und nördlichen, westlichen und östlichen Deutschland, sie vvar c

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