gültige christliche Grundverhältnis von Mensch und Welt, Ich und Ge-meinschaft war durch Nietzsche bis in die letzten Winkel fraglich ge-worden und alle scheinbare Stetigkeit des Staates und aller scheinbarePortschritt der Wirtschaft konnte nicht darüber täuschen, daß die Seeleln einer geistigen Leere schwebte und die Sorge um menschliches Heiltäglich größer wurde.
Es wurde nun für Breysig von der größten Bedeutung, daß er in diesenJähren des Aufbruchs mit George zusammentraf, im Sinne Nietzsches demSchaffenden begegnete, den er bisher nur aus Forschung und Lehre kannte,■*fl er einen Großen am Werke sah, der das in der Gegenwart schuf, waser in der Geschichte suchte. Friedrich Wolters, der Schreiber dieses Bu-c hes, W ar schon im Winter des Jahres 1899 zu Breysig gekommen, dann• Studien über die französische Revolution zu treiben nach Paris ge-igen und hatte sich nach seiner Rückkehr in Niederschönhausen nahei dem alten Schloß und Park, wo einst die Gemahlin Friedrichs d. Gr.re Tage vertrauerte, niedergelassen, zunächst als einsamer Gast eines^'etbaren Landhauses. Dorthin zog er bald seine Freunde, mit denen dasll *ck ihn seit der Jugend segnete, ein weiter Kreis von Bekannten und«eliebten Frauen schloß sich an, und es begannen jene Jahre einer heite-etv Jugendgemeinschaft, in denen Arbeit und Feste wechselten, frohesP'el und ernstes Streben einander befruchteten und für eine Weile auchu den Lehrern der Universität Berlin, von denen einige zu Gaste kamen,as von der Jugend so begehrte menschliche Verhältnis neben dem wis-^schaftlichen erobert wurde.Eine tiefere Lebensgemeinschaft fanden freilich nur die engeren Freunderie drich Wolters, Berthold Vallentin, Friedrich Andreae, Kurt Hildebrandtnd einige inzwischen Verschollene mit Breysig, als ihnen die Dichtunge ° r ges eine gemeinsame geistige Sphäre gab und die besonderen Lieb-abereien des einen oder anderen vor ihrem Atem wie Spreu verwehten.etl n in manchen wühlte am Beginn von den neunziger Jahren her nocher naturalistische Aufruhr, besonders in den Magdeburgern, die als Jun-en noch die „Revolutionäre der Lyrik" gesehen hatten, andere rangen't den Problemen des späten Ibsen und Tolstoi und alle hatte Nietzscheln gerissen. In all dem, wie auch auf dem staatlichen Gebiet im Sozialis-^ s > lockte diese Jugend das Revolutionäre, die Stöße gegen eine veralteteeltordnung und der Glaube, daß ein Umschwung aller Dinge nötig sei,ne daß einer wußte was geschehen solle oder wo zu beginnen sei. Die-q v ereinzelte Suchen und ziellose Drängen bekam durch die Dichtung0r ges eine sichere Richtung, einen sichtbaren Sinn. Hier wurde nichtsbeißen, was nicht schon da war, hier wurde nichts gefordert, was nicht
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