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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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waren", hatte noch mehr als früher ihren Sinn verloren: er ist von da angänzlich an ihnen vorübergegangen.

Mit jenen Werken hatte sich unabweisbar ein Forderndes im Geiste er-hoben, das wieder zur Entscheidung in letzten Lebensdingen drängte undsich mit keiner ästhetischen Formel und keiner Einreihung in die Ent-wicklungslinien des Zeitalters befriedigen ließ. Auch die älteren GefährtenGeorges fühlten sich trotz ihres tiefen Wissens um seine Person und seinWerk vor ein Unerwartetes gestellt, das aus alten Spannungen neue er-zeugen mußte. Simmel öffnete sich, wie wir schon erwähnten, erst jetznach zehnjährigem Bemühen die rechte Einsicht in das Wesen des Die* 1 'ters und er gewann damit zugleich einen festeren Blick für die metaphysischen Bereiche seiner Philosophie. Wie manche seiner Hörer sich nocnzu erinnern wissen, sagte er in jenen Jahren, als ihm der ganze Reic» 1 'tum Georges aufging, Dinge von Wesen und Wirklichkeit des Weltganze* 1wie vorher und nachher nicht wieder. Was ihn am SIEBENTEN RING aufstiefste ergriffen hatte, war das Sichtbarwerden eines in der zeitliche 11Folge des Georgeschen Werkes erscheinenden Sinnes,einer inneren No*'wendigkeit die diese Reihe aus dem Zufall der durcheinanderwirbelndei 1Welterscheinungen heraushebt". Er grenzte in einer Besprechung ° eneuen Buches diese künstlerische Entwicklung sowohl vom einfach org anischen pflanzenhaften Wachstum wie von der planmäßigen Bestimmtheieines wissenschaftlich oder praktisch geregelten Lebens als eine dritMöglichkeit abdie wirkt, wie getrieben durch dunkle von keinem Wohlwissende Wurzelkräfte und zugleich, als wäre diesen von einer noch tieiren Schicht her ein klar ideales Ziel und ein unablenkbares Wissen uden Weg mitgegeben, oder als stünde dem Künstler in jedem Augenbh cjedes nächste oder übernächste Sollen klar vor Augen aber diese K» 3heit selbst sei von reinen naturhaften, sozusagen unverantwortlichen Wachtumstrieben genährt". Diese geheimnisvolle Planmäßigkeit des GanZ ejenseit von Bewußtsein und Unbewußtsein, die jedem einzelnen Werneben seiner besonderen Bedeutung noch einen anderen Sinn gibt, suchSimmel in ihrem seelischen Ursprung zu erfassen und glaubte ihn in öAusschließlichkeit zu finden, mit der die dichterische Seele Georges risich selbst, nicht die Welt noch die Überwelt singe. In einem schärferSinn als die Lyrik es bedingt, sah er das Schaffen des Dichters aus einEinheits- und Einzigkeitspunkte der Seele" quillen, die immer in slbeschlossen bleibt und in den Formen der Dinge nur sich selbst zurücspiegelt. DieserSolipsismus der Seele" verwirklicht sich nach seiner Aschauung in steigendem Maße im Werke Georges, indem er monumentGestalt gewinnt: die unmittelbare Innerlichkeit des Erlebens wächst

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