FÜNFTES BUCH
DIE HERRSCHAFT
I. KAPITEL: DER SIEBENTE RING UND DIEÄLTEREN GEFÄHRTEN
|N allen Geschehnissen der Schicksalsjahre hielt George die regelmäßigeReisebahn ein, wie sie sich seit der Niederlassung Wolfskehls in Mün-zen herausgebildet hatte: vom Oktober bis Dezember weilte er in Berlin,Weihnachten in Bingen, vom Januar bis April in München und im Som-/ ler an der Nordsee oder in den Alpen, im Frühherbst wieder in Bingen.ln e Abwandlung dieses Rundweges trat etwa mit dem Jahre 1910 ein,lt dem das jüngere Geschlecht seiner Freunde sich aus beruflichen oderIderen Gründen eigne Orte der Niederlassung wie Heidelberg, Basel,u rzburg und Marburg wählte und 1913 nach dem Tode der Mutterder Vater war schon früher gestorben — auch das Haus in Bingenu 'gelöst wurde. An die Stelle der europäischen Fahrten waren immerÜSSc hließlicher die im deutschen Raum getreten, wo er seine Helfer amerke gefunden hatte. Das Ausland bot ihm keine schöpferischen An-Ie be mehr und ein letzter Aufenthalt in Frankreich im Jahre 1908, vonm jüngst Mockel und Andre Gide einiges berichtet haben, enttäuschte, s ° tief, daß er beschloß, es nicht mehr wiederzusehen. Die öffentlich-j. e _ lt vermied er auch in Deutschland mehr als früher. „Das wildumlaubtelc hterhaupt, das sich der Schar seiner gläubigen Verehrer zuweilenl gt," w j e nocn am Anfang des Jahrhunderts der Besucher eines Berliner«eehauses schrieb, wurde an solchen Orten nicht mehr gesehen. Eine. Su "g von Gedichten, die George im Spätherbst 1905, einer Ladungwig von Hofmanns und Rudolf Euckens folgend, vor einigen Mit-e dern der Literarischen Gesellschaft von Jena und Weimar hielt, ware letzte vor einem Kreis auch unbekannter Menschen. Mit dem Erschei-' n des GEDENKBUCHES und des SIEBENTEN RINGES vertiefte sich die. nit zwischen ihm und den älteren Zeitgenossen, welche Dichtung nurs literarischem oder wissenschaftlichem Anteil zu erfassen und die Welt-n , gens ätze, die George aufriß, im sanften Optimismus ihres Zeitglaubens, * einmal zu spüren vermochten. Auch die wohlwollende Berührungs °lchen die weder für noch gegen seine Welt, sondern „für sich
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