Namen der alten Meister auf und verwirft die Träger eines erloschenenGlaubens die noch matte Gebete murmeln, aber Gott nicht mehr schaffen'Immer bleibt sein Blick auf unsere innerste Geschichte gerichtet, die Ortebedeuten ihm den Vollzug einer guten oder frevlen Stunde unseres Schick'sals: Bonn den Sinn der weltentrückenden aber seelenbewahrenden Musik'Worms den Ursprung unserer tiefsten Zwietracht, Winkel das Verlöschender Romantik, Aachen den Frevel grabschänderischer Wißbegier, HildeS'heim die Gewähr noch ungebrochner Wurzelkraft und Quedlinburg den g e 'heimen Schutz der Heiligen und Helden aus der Väterzeit.
Die innigste Liebe aber gilt wieder München der Stadt göttlicher Jugen dund unzerlöster Volkskraft. Zwei Runensprüche von unvergleichlicherBildhaftigkeit lassen den urtümlichen Schauer bewahrten Bauerntums voruns aufleuchten und den Sonnenduft unseres südlichsten Weinlandes, desuns geraubten und entfremdeten, das der beschworene Schatten Erwi° sleise mit Wien verknüpft. Dann leitet uns der preisende Mund wieder nord-wärts zu den steinernen Bildnissen und Träumen unserer Kaiser undKünstler, zum unsterblichen Ruhm der Fürsten und Geister, die in Weimarund Jena ihren Namen bis an die Sterne setzten. Hier freilich und in Darm"Stadt tauchen unter den heimatlichen Bildern auch die beiden ausländi-schen Gestalter auf, die von allen Fremdlingen am tiefsten auf unsre staa**liehen und geistigen Geschicke eingewirkt haben: Napoleon, der gewaltigErschütterer unserer Trägheit, der unerbittliche Züchtiger unserer SchvtfS'chen, der feindliche Held, dessen ganze Größe nur wir Deutsche spürteund noch heute bewahren — Shakespeare, der nicht minder Gewaltig e 'unter dessen Feueratem unsere Stürmer und Dränger die verschlackteAschen der Sprache aufschmolzen, der uns eroberte wie der Korse und desen Seele wie das Schicksal des Korsen wir in uns aufnahmen und aufnenmen, daß sie neues Dichter- und Tätertum im deutschen Geiste erzeugte' ■Diesen fordernden Sternbildern stellt George unter dem Gleichnis dGroßstadtufers und -platzes das Wirrsal der heutigen Betriebsamkeit engegen, das sinnlose Häufen von tausend nichtigen Dingen, das ziellose >*■sen um Rasenderes zu erzeugen, die Entwürdigung aller hohen Mensclichkeit um planlose Neugier und gierigen Erwerb. Aber er steht nicht m eabseits wie in früherer Verlassenheit; mitten unter dem Gewimmel "schwört er die Himmel und Geister, der Gott hat ihn unter die Seinen gstellt, daß ihm Not und Schmach des Volkes bis zum eignen Herzen steigDie Tränen, die einst der Engel über die Einsamkeit des Dichters weinsind getrocknet, aber der um die göttliche Rettung weiß und sie verkunomuß nun um die Zukunft seines Volkes weinen, das sich um Tand und Flter müht und im Taumeltanz um seine Götzen die Stimme des Sehers üb e
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