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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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gleichen schaltet. Bestimmbarer Ort und Zeit, bestimmbare Person undGeschichte schweigen im Traumwald und die täterischen Dränge undWiderstreite lösen sich im reinen Reich der Töne und Lichter in Schwer'mut und wunschlose Wehmut auf. Eine urtümliche Wesensseite des dich'terischen Geistes, das Versonnensein, das Umsponnensein vom Märchen-dunkel entfaltet sich blumenhaft und spielt mit den harten Dingen undden bitteren Zwängen wie mit goldenen Bällen. Gedenken und Sehnsuchballt die allverwandelnde Freiheit seines Zauberstabes zu Wesen und E f 'eignissen, in deren dunklen Spiegeln die Seele dämonisch ihreUrsprüngeaus der römischen und katholischen Welt, ja noch aus dem ungeforrnte 11schlechthin ahnlosen frühesten Jugendtraum mit den Jubellauten der kind'liehen Dichterzunge heraufführt.. die Wunderlandschaften der trunkneflMinne, die Rosengärten der Uberhohes fordernden wie der allzu lässig 60Liebe, wie wir sie schon aus dem JAHR DER SEELE kennen, ziehen noc» 1einmal in tieferer Tönung vorüber. Aus dem Ringen der Luft- und E fd 'geister, den Feiern zukünftiger Söhne, der schrankenlosen Hingabe an de« 1Ewigen, aus den Gebeten der Verzweiflung und der Ergebung in fremde 11Tempeln jauchzt und klagt die einsame Stimme, um nichts bekümmert, alihr heimlichstes Glück und ihre verschwiegenste Trauer hinauszusing eund kehrt dann mit einem vollen Harfenton aus dem dämmrigen Zufluchtort wieder in die Helle unseres Tages, führt die weiten Entzückungen unTräume wieder in unsre eigne Brust, die Fernen wieder ins eigne Lanund Volk zurück und schließt mit dem Lobgesang auf Stern und Blu 01als dem ewigen Sinn des Dichtertums.

Der Gott, den George verkündet, ist Mensch, ist menschliche Erscheinungdes schönen Alls. Ist aber der Mensch göttlich so sind es auch die Dingder Welt und das Schönsein ist für George das Siegel ihrer Einheit, » nlebendige Wechselmacht zwischen Ich und Du, zwischen Liebenden uGeliebten. Von leiblichster Nähe bis zu geistigster Allferne ist der G°im Menschen beschlossen: wie gleicher Stoff die Erde und Sterne so bin ,gleicher Geist die Erscheinungen und Namen und wir sind Gottes ^Gott unser ist. Von diesem gottmenschlichen Wunder, der Liebe im Sc« 1nen, dem Schönen im Lieben singen die LIEDER und wollen Welt uWinkel mit dem neuen Licht durchströmen, das sich dem MenschenMenschen offenbart hat. Nicht der Kämpfer-Führer, nicht der Gestalter uSeher spricht hier aus George sondern der liebende und leidende Men sauch der Schutzwall dichterischer Träume ist verlassen und die Gesch»seiner Tage und Nächte äußern sich unverhüllt in diesen leiszitterndenherbklirrenden Weisen, die Lied und Hymne in einer unserem Schriftnoch unbekannten Bindung verschmelzen. Seit Dante ist Weltengang

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