Druckschrift 
Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
Seite
337
Einzelbild herunterladen
 

Der Alpdruck eines ins Ungeheure anwachsenden Verderbens der Erde"d des Menschen wich vor der stärkeren Gewißheit, daß mitten im totena userwall der großen Stadt noch heiliger Ort entstünde, wohin den Besten"nürchtigen Schrittes zu wallen lohnte. Noch mischt sich in diesen Ge-lten die Erinnerung an die leibliche Gestalt, die unsere Erde geliebt hat,lt dem glorreichen Bilde des Göttlichen, das in ihm verleiblicht war, aberbe r die trauernde Sehnsucht ruft der Dichter zum höheren Amt: den Un-er welklichen auferstehen zu lassen und seinen strahlenden Namen in das" er nenland" zu tragen, das er zuerst mit ihm gesehen hat. Auch dieseser nenland wird unserer Welt und Erde sein und das neue Gestirn, dasÜI * das Wort des Sehers heraufführt, enthüllen dieGebete" als den demlc ht und der Welle dem Leib und dem Blute eingeborenen Gott, der ista immer neu erscheint, der hier wandelt und ewig zu sich selbst zurück-ftr t. Daß er in Maximin zuerst sichtbar und von George zuerst gesehenr de, ist das beglückende Geheimnis, das kein Deuten enträtselt undn n die drei; letzten Gedichte die Einung beider in ihrer ganzen Innigkeit~ Tiefe nennen, die Verwandlung des Schöpfers in das Geschöpf seinesn es, die Gewißheit seiner Wiederkehr und seiner Gegenwart im schöne 'teten Erdengarten, die Entrückung des Sehers in das ewige Licht,s Püren wir auch in diesem weitesten Auf- und Niederwallen der gemein-^en Kräfte den heilig festen Sinn des neuen Lebens: Nachdem er sichnz an sein göttliches Du hingegeben hatte konnte er in derEinver-Ung" unbesorgt den Flug ins All des Ewigen wagen, das er in jenemschlössen wußte, ohne den Sturz des Ikarus fürchten zu müssen. Es warln Allrausch und keine Erlösung, keine Selbstvernichtung noch Entblö-k n 8 mehr sondern blieb ein Schreiten auf festem Grund. Noch in ders j^sten Entrückung des Geistes schwebt der Dichter auf flugsicherenfingen, kreist er ohne Schwanken im gestaltigen Raum. Georges Hin-^ e an das Himmlische ist nicht ein Aufgeben sondern ein reicheres Fin-^des irdischen Selbst und noch das fernste Licht spiegelt sich im Wort.le Dichtung ist die geheime Urzelle unseres weltlichen Lebens unds diesem seit Jahrhunderten zugewachsen ist, haben die DichterSch° ° der bewanrt und durch Sturz und Trümmer im lebendigen

ist atZ Unserer Sprache für die zukünftigen Geschlechter aufgehäuft. Sieder unantastbare Ruheort nach allen Geister- und Götterkämpfen, und^. " x r aumdunkel" hat George nach den Spannungen, welche die vier erstensi ge e nthalten, diesen Frieden der ungestörten Klänge noch einmal ver-£. nb ildlicht. Er kehrt hier in die innere Zurückgezogenheit ein, wo derUtl ^ er al lein im freien Schweben weilt, wo er Erinnerungen Märchen undTräume ballt und in selig-unseligem Spiel mit dem Menschlich-Immer-

337