vom Hauch des Mundes bis zum Taumel der Wollust, alles Verkennen undVersagen, vom stummen Abschied bis zur verzweifelten Härte erhält h«e rsein heiliges Recht, spiegelt seine schöne Unerbittlichkeit in den Elerne"'ten des Himmels und der Erde und nie ist selbst im Wunderwald der deut'sehen Dichtung die Beseelung der Natur, die Verschmelzung von Mensc 11und Landschaft so tief gelungen wie in den Landschaftsbildern der ,,Gez e1 'ten". Die leidenschaftliche Liebe will für ihre brennenden Dränge in» 116höhere Erfüllung, für ihre unstillbaren Dürste immer volleren Trank audem Becher des Jahres. Wie im Gedicht „Der Spiegel" das Unerfüllbarder Träume und Wünsche selbst ins Bild verfangen ist, so durchzieht diganzen „Gezeiten" der Wechselpuls zwischen seliger Gabe und erneuteSehnsucht, zwischen tiefer Einung und bestürztem Weichen vor dem Z u 'Wenig, zwischen jubelndem Dank und schweigendem Schmerz um die TäUschung des Glückes. Aber all das ist ganz bejaht, ist Sinn des schönen AH 'ist Geburt und Erscheinung dessen der im „Lobgesang" verherrlicht is t-der Herr und der Sänftiger, Eros und Dionysos in einem Bilde und d° ckeine Wiederberufung dieser antiken Gottdämonen sondern die Ersehe''nung der leidenschaftlichen Blutgewalt unserer Menschheit in ih feewigen Formen und Eigenschaften: ihrer Schönheit und Härte, ihrer Zarheit und Grausamkeit, ihrer allmischenden Stofflichkeit und süßen Sühnufe'Es bezeichnet den weitesten Abstand des SIEBENTEN RINGES von del1früheren Werken, daß in den „Gestalten" und „Gezeiten" zum ersten W-*die Namen göttlicher Mächte erscheinen: „die große Nährerin" „der H eder Fackeln" „der Herr" und „der Sänftiger". Es ist das Zeichen des «schehens, für das die Schlußzeile der „Templer" die Deutung gibt: Die V«gottung des Leibes und die Verleihung des Gottes. Seit Meister Ekkebaraus der Erweckung platonischer Sichten vom Vergotten des Menscher» &sprochen hatte war Wort und Vorstellung langsam verschollen. Nun taU ces nach langen Jahrhunderten mit unheimlicher Leuchtkraft wieder auf uführt jahrtausendelang Getrenntes: den Leib in den göttlichen, den **in den leiblichen Bannkreis zurück. Die Einheit des Göttlichen und MeO sCliehen die die Wunderaugen des deutschen Mystikers erschaut und tfflnersten ganz entsinnlichten Seelenraum wieder erzwungen hatten, riß sbenhundert Jahre später der deutsche Dichter in die leibliche Gestalt, alsGlaube an Gott und Seele erloschen war. Ein der antiken Gottleiblicr» Ktief Verwandtes und doch tief Unterschiedenes trieb hier aus deutsch
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Geiste empor: während jene ein Seiendes, eine ewige Gegebenheit war,hüllt der Templerspruch ein Immer-Neuentstehendes, einen WechseW 'gang zweier Pole, die auf ihren höchsten Spannungspunkten die Einauslösen. Dieses eigentümlich deutsche Moment der poligen Kräftewir*
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