ten. In „Manuel und Menes" ordnet sich der schon gereifte Führer auf d ei
Höhe der Bahn dem jüngeren unter, in dem er an der größeren Kraft zug c '
borener Gaben den Höheren erkannt hat. Er gewinnt durch diese fruch*'
bare Selbstüberwindung den Stärkeren, der ihn wenn nicht als Gleichg e '
ordneten so doch Gleichgearteten begrüßen muß und schafft so den ein 2 ''
gen Boden für die gemeinsame Tat. Dieses Gleichgewichtsverhältnis vo"
Herrschaft und Dienst ist in „Algabal und der Lyder" in der äußerst«
denkbaren Spannung dargestellt: Der gänzlich Machtlose, gänzlich Ufl'
gleiche rückt durch sein Selbstopfer in die ersehnte Nähe des Mächtigst 6
unnahbar Fernsten, er zieht damit den Kaiser in seinen dämonischen Kr el
und zwingt ihn, das verächtlichste Leben des Knechtes in sein Leben a u
zunehmen, es feierlich zu ehren und neben seinem strahlenden Na« 1611
sichtbar zu machen. Wie hier in der Spannung der Fernsten vollzieht si c
im „König und Harfner" ein männliches Schicksal in der engsten Gernei n
schaft: Dem allzu leichten Spiel des Sängers, der Werk und Tat mit sein en1
Wort begleitet, hält der König das grausamharte Antlitz des wirklichen G c '
schehens entgegen, Mühsal, Blut und Sorge seines Herrschertums: ° e
Groll des Tätigen blitzt auf gegen den Beschaulichen, der Haß dessen ° e
in Leibern und Geschicken denkt gegen die spielerische Lust ihres Wi" e
halls im leichteren Stoff.
In den weiteren Gestalten wird das Tierhaft-Göttliche und Dämonis 0
durchformt und vergeistigt. Nicht nur in Höhen und Hallen auch n*
Scholle und Tier und unter der glühenden Sonne der Arbeit und Ernten ' e
der Mensch Georges sein blühendes Dasein, und mögen nötige Stufen
droben und drunten trennen, eines, der Rausch des Blutes, so weiß der D ,c
ter, ist gleicher Art und einmal, wenn das segnende Gestirn für alle
Zepter dreht, müssen die Höhen und Tiefen sich einen und der gemeinsa
Taumel die Leiber mischen. Ja dort auch wo das Licht schweigt, die St°
zerfallen und das Widrige in Dunstund Moder aufquillt, auf der schauer v
len Grenze wo die Säfte zwischen Fäulnis und Wachstum, die Gebilde 2
j b e 'sehen Tod und Schemen stehen, treibt menschliche Art ihr Wesen uno
hauptet ihr Recht von Pfuhl und Schwefel her. Die „Hexen" wie der »
derchrist" nehmen ihre Macht aus der Schwäche der Welt, die sie gv° l
der Dichter ballt sie ohne Urteil als menschliche Wesenheiten und s
ciflflzwischen beides die „Templer' und „Hüter des Vorhofs" als die ewigen* 3
bilder der wehrhaften Wächter und Streiter, der geistigen Sucher und W
rer des Lichts. Wo jene vertrocknen und verstocken stoßen diese alles Tr
und Halbe, Matte und Überzüchtete auf: sie kennen keinen Dienst als
Erweckung und Hütung des heiligen Feuers und finden ihren Lohn nU r
Tun, dem keiner dankt. Ob ihre Bilder von mittelalterlicher Schwerte
332