Kraft der Verjüngung glaubt. Die Frage nach der Notwendigkeit einer sol-chen Kraft können heute viele tun nachdem Nietzsche sie bis in ihre letztenWinkel beleuchtet und erforscht hat. Aber keine Denkarbeit, kein logischerSatz vermag sie zu schaffen. Sie ist allein das Geheimnis dessen, der de* 1Glauben hat, Leben verwandeln und erneuern zu können. Das Wie und W°dieser Erscheinung aber wird immer am Gegensatz der menschlichen Tra-ger des Neuen und Alten sichtbar werden, und ob sich an einem oder an vie-len Orten, ob sich einmal oder vielmal die Bewohner der Felsenfeste undder Hafenstadt einander entgegenstehen, immer wird es ein Ringen der we-nigen gegen die Masse und ein Triumph des jungen Lebens sein. —
So trat der Seher in die Zeit. Während Goethe an der großen Wende s« 1 'nes Lebens zwischen den Fürstenbundverhandlungen und der italienischenReise auf alles unmittelbare Handeln in die Zeit verzichtete fand Georg 6ohne das Reich der Dichtung zu verlassen, den Weg zum Handeln in de 0Kämpfen der Zeit gerade durch die große Wende seines Lebens, die keineUmkehr sondern die Vollendung seines dichterischen Wesens war. Es v/ affreilich keine Hingebung an Welt und Volk dieser Gegenwart sondern ein eherrische Wendung gegen sie mit dem Ruf der fordernden ja verachtendenLiebe. Denn „es gibt eine sklavische Liebe" sagt Nietzsche, welche sich un-terwirft und weggibt: welche idealisiert und täuscht — es gibt eine göt*"liehe Liebe, welche verachtet und liebt und das Geliebte umschaf» 1 'hinaufträgt".
5. KAPITEL: DER SIEBENTE RING • 2WEITE SBIS SECHSTES BUCH
EORGE hat die Bücher des SIEBENTEN RINGES in Kreisen um &*Buch MAXIMIN geordnet, so schon durch die Ordnung andeuten 0 'daß sie alle von der einen Mitte ausgestrahlt sind, daß der innerste Kern s'bedingt und bestimmt. Ob man die umschließenden Ringe sich durch die A^Wandlung ähnlicher Gehalte oder durch Anspannung und Abspannung ° egestaltigen Dichte entsprechen läßt oder in diesen lebendurchfluteten W°bungen noch verborgene Verhältnisse findet, immer schwellen ihre BeWgungen zur Mitte hin oder wallen von ihr ab, sind von der Sehnsucht %drängt, die nach der höchsten Erfüllung dürstet oder von der Erfüllung &tränkt, die schon ihre funkelnden Lichter über Stern und Tiefe sprüht- *•ist die gleiche Seele noch die jubelnd und leidend zwischen Gestirn und Agrund schwingt, aber das sichtbar gewordene Geheimnis hat ihre Ausmaverwandelt und verborgen schlummernde Kräfte mit ins Wachstum g efI328