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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
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322
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bestätigende Siegel: alles Geschehene war Bereitung des Raumes, Errich'tung des Erdentempels gewesen, in dem sein Gottbild erscheinen könnt«'hatte Heiligung der Sinne, Reinigung der Augen bewirkt, die es schaffe* 1und schauen sollten. Wo anders auch hätte es gezeugt werden können a lsin der geweihten Luft der Dichtung, wer anders hätte es sehen könnet 1als der das Ewige und Göttliche im Menschen mit allen Fiebern " eSehnsucht suchte, wo anders hätte es atmen und erblühen dürfen als i 1 "schönen Leben, das der Meister neu entzündet hatte. Es waren wo"manche in dieser Zeit der namenlosen Öde vomGlauben des Verlange 0von des Sehnens Weihe" erfüllt gewesen wie Annette Droste-Hülshoff *Not der Zeit genannt hatte und nicht nur die Kosmiker wollten das Ge-fäß der Verruchtheit als welches ihnen der Weltzustand erschien, % et 'trümmern und das Leben in den göttlichen Schoß zurückreißen. Aber all eVerlangen und alles Wollen bedeutet nichts vor der wirklichen Kraft o eSchaffens: am Göttlichen hat nur teil wer ein Göttliches lebendig in sieträgt, und keinen traf die Erfüllung des Verlangens als den der am ti eI 'sten davon geschwiegen aber mit dem höchsten Tone die Herzen etschüttert, die Seelen verwandelt und dem Menschen wieder sein Hoheit 5 'recht auf Erden gegeben hatte: den Dichter und Führer George. Die g e 'spannte Knospenhaftigkeit seiner Formenwelt kam jetzt zum vollen *»blühen und von neuen Säften geschwellt hob das siebente der Werke se» nbreite Krone empor, selbst wieder siebenteilig und in allen Teilen n aCdem Mehrfachen der heiligen Zahl aufgebaut. Aber durch diesen Zahleaufbau waltet statt der bisherigen Strenge eine wunderbare LockerU' 1 »der Verhältnisse und Formen: nur der erste und mit wenigen Ausnahm 6auch der letzte Ring haben einen gleichen strofischen Bau der Gedieh* 'in den anderen wechseln die Maße und Strofen in reicher Fülle, obw°jeweils ein gleicher Ton in jedem Ring sie verbindet. Über den TEPP 1 *'hinaus war eine Steigerung des architektonischen Gefüges nicht m emöglich, sie hätte in Starrheit oder Wiederholung enden müssen. N uglühte der befruchtende Lebensstrom die Formungskräfte so zärtlich a u 'daß in der siebenteiligen Ordnung die Einzelgewichte leicht und kaUmerklich im gesamten Tonraum schwingen. Wenn man den TEPP lC 'dem Bau nicht dem Gehalte nach, als gotisch oder römisch-kathol' sbezeichnen könnte, so herrscht im SIEBENTEN RING die weite Vie» aspätantiker oder romanischer Kuppelbauten, deren Schalen sich gehe»nisvoll um die eine beherrschende Wölbung reihen. Bis in die Ha°und Druckschrift des Dichters bemerkt man die lösende Wandlung & eS .,Jahre. Im Beginn des Jahrhunderts zeigen die Briefe und die Handschi" 1ten der Gedichte zum ersten Male die vollständige aber freibeweg32a