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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
Seite
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Geistes sind" und wußte wohl, daß die Gottheit sich zu ihrer Ergießungdas schönste Gefäß erwählt. Und ein Hauch der leiblichen Herrlichkeittraf von hier aus auch den Künstler: Das GEDENKBUCH wurde das ammeisten plastisch anmutende Werk Lechters, bei nur leisen Anklängen anchristliche oder indische Symbolik von schöner Einfachheit und überzeu-gender Schlichtheit. Über eines stritten die beiden Freunde, das wir hiererwähnen müssen, weil an diesem scheinbar Äußerlichen ein Tiefverwan-deltes im Geiste Georges zur Erscheinung kam, das bis in den Grund desneuen Lebens reicht. Lechter widerstritt dem Wunsch Georges, ein halb-toniges Bild die Zinkätzung nach einem Lichtbild Maximins in diezweidimensionale Zeichnung und Schrift des Titels aufzunehmen und ver-focht eine zeichnerische Wiedergabe. Hätte der Dämon Schulers oder Kl*'ges neben ihnen gestanden, er wäre dem Künstler beigesprungen und hätteGeorge höhnend hingewiesen auf sein Verlassen der dichterischen Sphäre:also doch sei nundas Leben" auch für ihn das Wichtigste und um desBildes eines leiblichen Menschen willen durchbreche er sein Werk der stren-gen Form, das er um größerer Gewalten willen nicht durchbrechen wollte-Da George auf seinem Willen bestand, fand Lechter die schöne Lösung'auch der gegenüberliegenden Seite durch eine Verbindung von Schwab'und Rotdruck einen Schein von Halbton zu verleihen und so dem Aug eeinen Ausgleich zu ermöglichen. Aber der Dichter war sich bewußt, daß erdem Zeichner hier eine unkünstlerische Forderung stellte, ja daß er mit derVeröffentlichung dieses Bildes den Bereich der Kunst zum erstenmal ver-ließ und statt eines künstlerisch Gestalteten eine lebende Gestalt in seinervollen Unmittelbarkeit ins Werk verwob. Daß das Werk ein Gedenkbucnwar mochte dies möglich erscheinen lassen, aber die tiefere Berechtigunglag für ihn in diesem Lebendigen selbst. Denn dessen Bild hier wieder'gegeben wurde, war selbst die höchste Wirklichkeit der Kunst, war »njedem Zuge seiner Leiblichkeit die göttliche Dichtung des Lebens selbst»die darzustellen es noch keinen Griffel oder Meißel unter den bildendenKünstlern gab.

Wolfskehl fand einen Weg zum neuen Geschehen von seinem kosm 1sehen Bereiche her, Treuge und Gundolf aus der persönlichen Nähe z ulflMeister und ihre Trauergesänge im GEDENKBUCH geben uns Zeugnis vonder Erschütterung dieser Tage und den ersten zagen Schritten des B ekennertums neben dem vollen Tone der Verkündigung in den drei Gedichten auf das Leben und den Tod Maximins von George und seiner V"rede, die wir angeführt haben. Der Hauptteil des Buches umfaßt die Gedichte Maximins. Einige wieErfüllung",Jetzt naht nach Tausenden vo nJahren ein einziger freier Augenblick" undEwigkeit" sind von dem Fun*'320