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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
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318
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Diese Worte entstammen der Zeit nach dem herbsten Trauerjahr, sie sin dschon Frucht des ertragenen Leides und im Sinne des Platonischen WortesWer nach dem Schönsten trachtet für sich und den Staat, dem ist zu le>"den was er leide alles recht und schön" schon Ausdruck des schwerst« 1Sieges über die dunkelsten Stunden. Als dieser Tod George traf war de fBruch mit Schuler und Klages eben vorausgegangen, Feindschaft und Haßim engsten Lebenskreise aufgezüngelt, die Freunde in Frankreich Belgi e0und England waren gestorben oder ins bürgerliche Leben eingegangen, di eÖsterreicher waren im Begriff dieses letztere oder Schlimmeres zu tufl>Waclaw versank fern in Trauer und Düsterkeit, die Norddeutschen hielte 11fest aber dort wehte kein Schauer, in dem das Leben nach solchen Erschüt-terungen hätte atmen können. Überall brachen die Stützen ein oder böte"nicht Halt. Und erinnern wir uns des Widerhalls den die öffentlichen A* 18 'gaben in Deutschland fanden: Hohn, Spott, Gemeinheit und Dummb"'schallte George und seinem Streben in der Heimat entgegen und dieVerleu« 1 'düng im stillen tat ein übriges, sein Bild zu verzerren und zu beschmutze* 1.In diesem Augenblick brach das Schicksal mit einem Schlage auch d» ejüngste lebendigste Hoffnung. George hatte Kämpfe und Brüche drauße» 1und den Widerstreit im eignen Innern bestanden da der eine mit ihm gi°£'wie sollte er weiterschreiten ohne ihn? Die Geschicke, welche in wenigeMonaten über ihn hereinbrachen, waren schwer genug auch den Stärkstezu zerstören. Aber der Dichter stand und da er stand war ihm aUhöchstem Glück und tiefstem Leid auch die lebengebende lebenerhöhen"Rettung geworden. Das höchste Glück: wenn das große Sinnbild und o eerhabene Gedanke, den der dichterische Geist aus den Sehnsüchten seltie ,Volkes in die Sterne hob, wenn das Wunschbild, das die frühen Sagen u°alle Sprachgewaltigen in ihre Gestaltungen prägten und in die Herzen " eDeutschen senkten, wenn dieses Kind des Geistes in schlimmer Zeit u fldrohendem Untergang leibgeworden vor die Augen des größten Minn efund stärksten Schaffers tritt, von ihm gehegt seinen Strahlentag begi n "und ihm die Gewähr gibt, daß sein Traum und der Traum der Väter wahrSehnen und göttliches Versprechen auf die einstige Vollendung im Ta&und Lichte war, daß nun wo der erste Sohn der göttlichen Liebe im Fleis cgewährt ist, auch die tausendfältigen mitgeborenen Bilder zum Leben ewachen und auf Erden wachsen werden das tiefste Leid: wenn der ka» 1Gefundene, kaum Umarmte nach kurzem Erdenwallen in den Schatten °Todes, in die Nacht des Nichtmehrseins hinabstürzt, das Erhoffte venichtet und aus dem Grauen des Alltags auch der Schein jedes mögl> cl1Glückes gebrochen, in der Asche der Zeit auch der Funke des künftigTraumes erloschen scheint, wenn die Arme der Sehnsucht sich verzwe 1 *

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