kenden Fragen eine unheimliche Ferne seines Blickes, als ob die Antwofnicht hier sondern erst auf einem anderen Gestirn gegeben werden könne>Uns allen haftete ein Schaden an von der Fieberluft der Sümpfe die w> rdurchwaten mußten. Wir waren die sieghaften Krieger des Auszuges: efwar zum Herrscher erkoren. Er besaß alle unsere feinen Werkzeuge, abefer hatte sie erworben auf dem gesunden und rechtmäßigen Weg. Dab elentbehrte er jeglichen Anflugs von unbescheidener Frühreife und hielt s» cin den natürlichen Grenzen seines Alters. Anmutig und sicher wie j edWendung seines Kopfes und jeder Griff seiner Hände war auch die Arwie er mit allen umging .. er bedurfte keiner Absonderung von den Bai"baren wie wir in früheren Jahren, er war zu rein als daß eine Berührungihn hätte beflecken, zu abseits als daß eine Nähe ihn hätte treffen könne 11.Er trug sich mit dem unbewußten Stolz derer die nie geleugnet oder g e "dient und mit der unnachahmlichen Würde derer die viel gebetet habe« 1 'Sein Wesen bewegte sogar die unempfindlichen Leute des Volkes: sie wa''teten die Stunde ab da er vorüberkam um ihn im Nu zu betrachten od efseine Stimme zu hören. Diese Stimme war besonders rührend — am mäch'tigsten wenn er lobte oder verteidigte oder uns aus den Dichtern las u°uns überraschte mit einem neuen Zauber des Tönenden. Dann bezog s» cdie leichte Bräunung seiner Haut mit Purpur und seine Blicke leuchteteso daß die unsern sich niedersenkten. Aber auch ohne daß er sprach u °tat: seine bloße Anwesenheit im Raum genügte um bei allen das GefU nvon leibhaftem Duft und Wärme zu erwecken. Willig gaben wir uns o everwandelnden Kraft hin die nur anzuhauchen oder anzurühren braue» 1um den alltäglichsten Umgebungen einen jungfräulichen paradiesischeSchimmer zu spenden". So war das Wunder geschehen und das Unrnögliehe Wirklichkeit geworden, der Wunschtraum des Beginnes: das eig ndichterische Selbst, von einer Mutter geboren, als knabenhaftes Geleit a* 1seiner Seite zu sehen, die Sehnsucht nach dem höchsten Eigenbild d eDichterseele, die im Vorspiel des TEPPICHS die schönste geistige LÖsUflßim Engel gefunden hatte, war über alles Hoffen erfüllt: Der Seher fai>das Geschaute, das Kind seines Traumes, als leiblichen Menschen, aSohn seiner deutschen Erde, er fand den Gleichen und mehr als menscliches Planen ersinnen konnte, im Gleichen die Verleiblichung des Höhren, vor dessen göttlicher Schönheit er der Nehmende, Liebende wur dDas furchtbare Lied des einsamen Genius „o dies mit mir allein" wu*zur stillen Klage des Ehmals, alles Vergangene verwandelte sich un*dem Anhauch einer strahlenden Menschenseele und die Schrecken deGegenwart verloren ihr erstarrtes Sphinxlächeln vor dem Fingerzeig s e,nKindes. Nicht im plötzlichen Sehen Maximins geschah diese Wandl« 0831a
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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Seite
312
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