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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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sondern im Leben mit ihm, in wechselseitiger liebender Durchdringung.Weder Menschen noch Dinge oder gar das Heil der Welt kümmerte dieLiebenden, sondern einzig ihr Freundsein, ihr Geben und Nehmen, ihrLeben im Schönen. Aber eben dies war alles und daß es diese beiden undsolche waren deren Gluten zusammenschlugen, verwandelte die Welt.

Als der Meister den Knaben in seine dichterische Welt führte sah erdas Wunder dieser Seele nur tiefer erblühen: der jüngste unter den Dich-tern nahm die ganze Wucht des Werkes wie ein Längstvertrautes in seinei genes Können auf, das sich bisher trotz gewohnter Formen schon mite »ner rätselhaften Tiefe geäußert hatte, für welche das kindliche Alter unddie natürliche Schlichtheit seines Geistes keine Erklärung bot. Aber nichtsein Dichten sondern die ausstrahlende Kraft seines Wesens erchütterteal 'e die mit ihm in Berührung kamen. Der Älteste, George selbst, schonMeister und Schöpfer einer eignen Welt, beugte sich am tiefsten vor der^"scheinung der vollkommenen Schönheit und pries die Jugend selig, derln ihr das Urbild eigner Vollendung wieder erstanden war:Die Mitbür-l gen die ihn nicht sahen und die Späteren werden nicht begreifen wie von°lcher Jugend uns solche Offenbarung zuteil wurde. Denn so sehr die Zart-heit und seherische Pracht seiner hinterlassenen Verse als Bruchstückeei nes eben beginnenden Werkes jedes uns gültige Maß übersteigt: er selberle h ihnen keine besondere Bedeutung und das Tiefste seines Wirkens wirder st sichtbar aus dem was unseren Geistern durch die Kommunion mitei nem Geiste hervorzubringen vielleicht vergönnt ist. Allein wir wissen**fl nur greisenhafte Zeitalter in Jugend ausschließlich Vorstufe und Zü-chtung, niemals Gipfel und Vollendung sehen daß mehr in ihrer Ge-walt als in ihren Worten und Taten die überdauernde Macht der Hehrennd Helden liegt und aller Lenzbegnadeten, die nur eine Weile über die°mrnerwiese schritten am Waldesrand verbluteten oder in dunkler Welleer sanken um nach oben entrückt zu werden und unvergänglichen Namensber allen Geschlechtern zu thronen. Wir wissen daß die ungeheurena hrten die das Aussehen unserer Flächen veränderten im Hirn des Schü-rs Alexander geplant wurden, daß der zwölfjährige Sohn aus Galiläa diechriftgeiehrten der Hauptstadt unterwies: der Herrscher des längsteneltreiches unserer Üferlieferung nicht als Dreißiger sondern als Jüng-n g auf seiner blumigen Bahn die ewigen Zeichen fand und als Jünglingde * Tod erlitt.

Das ganze Getriebe unserer Gedanken und Handlungen erfuhr eine Ver-gebung seitdem dieser wahrhaft Göttliche in unsre Kreise getreten war.le knechtende Gegenwart verlor ihr Alleinrecht, seitdem sie sich einerderen Richte zu bequemen hatte. In uns kehrte die Ruhe wieder die

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