Er hatte in den zehn Schaffensjahren, in den Mühen um Werk undre und kaum hier und da einen Blick auf die Tatsächlichkeiten der Um-elt geworfen. Aber die ganze Not ihrer inneren Leere drang ihn in Men-den an: nicht in Büchern oder Einrichtungen sondern den Männern undr auen seines näheren und weiteren Umgangs traten ihm alle auflösenden"richten, alle verwirrten Gefühle, alle verborgenen Verzweiflungen unse-es Menschtums am Jahrhundertende entgegen. In diesen Jahren lernte
Nietzsches Notschrei verstehen. Die ganze ätzende Flut der Zersetzung,
ganze vergiftende Luft des Unglaubens hat ihn umspült und um-
Us tert, alle Zweifel an der Erweckung eines höheren Lebens auch bei
n Edleren, alle Verzichte auf große Leidenschaft auch bei den Gläubigen
Uute er kosten und vor dem größten Schmerz dieser deutschen Men-schner », der Gewißheit des Untergangs der alten göttlichen Bilder, hatte
c h er noch im TEPPICH keinen anderen als den dunklen Trost gehabt,
gerade vor dem Verbluten schützt: daß wir eins sind mit dem was
schaffen und schauen, daß das Bild vor dem wir beten unseres We-
s ist. Er hatte in diesem höchsten Bereich auch vor sich selbst keine
u schung noch Schonung gekannt. Er war gewiß der Erwählte einer
Menschlichen Macht zu sein, gewiß die höhere Weihe des Erweckers
Führers empfangen zu haben, gewiß der Träger des heiligen Feuers
. e inziger Hüter des Tempels zu sein. Jedes Wort seines Werkes war
ere Gewißheit, tiefe Frömmigkeit und sichere Wegleite. Aber keines
.. n °ch Antwort auf die Frage: Und wessen bist du? Wer bürgt für
v lch und dein Wort? Wer ist dein Gott? Seit der Anfang der HYMNEN
der Erleuchtung gesprochen hatte, gaben alle Gebärden in der wach-
7 et v Wunderwelt der Gestalten, alle Sinnbilder des urgewaltigen Le-
s , s deichen und Zeige auf dem Weg zu ihm, ja mehr als das: sie waren
, n das Strahlen und Funkeln seines unbenannten Lichtes. Wir sehen
^ e mit welcher Lauterkeit dieser gottgetränkte Mensch von dem schwieg,
4h tllc ^ lt a ^ s wirkliche Erscheinung vor seiner Seele stand, aber wir
?„• ° nun auch was er leiden mußte, als er vor der Leere stand und seineeit *i_
mm keinen Raum mehr bot, den er formend durchdringen, an dem
Sc ,.. ^ lc ht ertönen und laut werden konnte. Gerade das Drängen seiner
ter" r ' scrien Kräfte mußte ihn zum Unheil treiben, wenn es keinen dich-
stü n ^ e g mehr gab und die Frage, welche die Kosmiker und Um-
g a er er hoben, begann auch seinen Geist zu schütteln: ob erst dieser
n e ^eltzustand zertrümmert werden müßte, ehe neues Leben atmen,
i n , S ^enschtum sich gestalten könnte. Undurchdrungen, wie jeder Blick
off s Reiben des Tages zeigte, ja feindselig, wie das Geraune und die
antwortenden Stimmen auf die öffentliche Ausgabe der Gedichte
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