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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Kampfe dem drohenden Verlust der großen Aufgabe und der Erdrückunijeder edleren Menschenart entgegenstemmten und ihre Stimmen fast un-gehört verhallten oder im Hohn der Fortschrittsanbeter erstickt wurden»zeigte die wachsende Wesenskrise unseres Menschtums an, für dessenFieber Nietzsche selbst nicht der sinnbildliche sondern tatsächliche Au s 'druck ist und als dessen erschütterndes Opfer er in einem wilden Au»'bäumen aller gesunden Triebkräfte des Widerstandes fiel. Dieser unerbitt'liehe Zweifler und Fanatiker des Unglaubens war der gläubigste Mensenseiner Zeit und darum offenbarte sich an ihm die Not des geistigen L e 'benskampfes am tiefsten und schlug den verwegenen Gottrufer, da ih 01auf dem schlimmsten Punkte nicht ein Mund antwortete mit Wahnsinn-Als er am Jahrhundertende starb war eben auch Böcklin der letzte groß £Darsteller der klassisch-romantischen Welt und Bismarck, der letzte groß eTräger des christlichen Herrschaftsstaates gestorben, der eine in selbst'gewählter Entfernung von der Heimat, der andre in ungewollter En*"fernung von seinem Werke, das er den schwachen Händen des letztenErbfürsten der Deutschen überlassen mußte.

Es war die Zeit der größten militärischen und wirtschaftlichen Macht'entfaltung der Deutschen über die Erde und unserer wachsenden Verein-samung unter den Völkern, die uns neidend und hassend umlauerten. W' rhatten in Staat und Wirtschaft, angewandter Wissenschaft und Technikim Sprunge nachgeholt was die Westvölker in Jahrhunderten aufgebauhatten, wir waren im Begriff, im Sprunge zu verlieren was jene in dengeistigen und sittlichen Ordnungen seit Jahrhunderten langsam ab- u numgebaut oder in kluger Nutzung noch zu bewahren suchten. Die Un'bedingtheit unserer Denker, Forscher und Neuerer paarte sich mit deRücksichtslosigkeit unserer Unternehmer, Händler und Beamten und efzeugte eine Hast des Erwerbes und des Vortritts um jeden Preis, in d etunser Land und Volk in wenigen Jahrzehnten völlig sein Antlitz wecn'selte und ein Leben gezüchtet wurde: voll ungeheurer Arbeit aber haaller edleren Regungen, voll riesenhafter Unternehmungen aber von flacheGenüssen, voll gewaltiger Organisation aber ohne höhere Bindung: elLeben ruhlos, häßlich und trostlos, in dem unsere Ströme und La°schatten verdarben, unsere Städte wie breiige Klumpen auseinanderlief 6unsere Führer zu Sklaven ihrer selbstgezüchteten Massen, unsere Geistzu Unterjochten ihrer eigenen Werkzeuge und Maschinen und unseHerzen öde wurden oder im Ekel vor dem Gemeinen erstickten. Soldies Deutschland werden? Gab es keine Macht gegen die Allgewalt deVerderbens, das schon die ganze Erde mit eisernen Fängen umzog unden menschlichen Adel unter dem einförmigen Triebwerk der Mass«302