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VIERTES BUCH
DIE SENDUNG
i. KAPITEL: DIE NOT
S naht sich" schrieb Nietzsche am Ende der achtziger Jahre „unab-
weislich zögernd furchtbar wie das Schicksal die große Aufgabe und
ra ge: wie soll die Erde als Ganzes verwaltet werden? Und wozu soll
■der Mensch' als Ganzes — und nicht mehr ein Volk eine Rasse — ge-
°gen und gezüchtet werden?" Es war die Frage, welche seit dem großen
Aufbruch um die Mitte des 18. Jahrhunderts alle bedeutenden Deutschen
^stellt, ja die seit dem Wanken des christlichen Weltbaues und der Wie-
er geburt der Antike alle großen europäischen Geister in hundert offenen
d verdeckten Abwandlungen immer wieder beschäftigt hat. Es war die
a ge welche anzeigte, daß das Verhältnis vom Ich zum All, vom Men-
, " e n zur Menschheit, vom Einzelnen zum Volk, von Mensch zu Mensch
unserer Bildungsgemeinschaft — und wie wir heute sehen auf der
j Uzen Erde — keinen festen ruhenden Grund mehr hatte, daß ein gött-
c ues Weltbild, bei uns das christliche, in Auflösung begriffen und ein
Ue s wohl als Aufgabe geahnt, als Notwendigkeit ersehnt, als Gedanke
'dacht und in tausend heldischen und dichterischen Taten und Bildern
eit dem Staufer Friedrich und Dante vorbereitet, aber noch nirgends zu
er all unser sinnlich-geistiges Erleben umfassenden Einheit gediehen
ar: daß unsere Besten noch immer nach dem erhellenden Wort nach dem
Agenden Zauber suchten, der das Zerstückte wieder zusammen-
& e und aus der Not des Zweifels den göttlichen Funken, das heile herr-
e Bild einer jungen Welt schlage. Ja es schien fast, als ob all die
en Wehen der Völker in den letzten Jahrhunderten, all die schwer
rr Ungenen Werke der gewaltigen Bildner und Täter im 19. Jahrhundertnter Sturz und Trümmer der einbrechenden Gebilde verschüttet werden
k te u. als ob unser europäisches Menschtum am schwersten Punkte derah n wo die eine alte entgeisterte Schöpfung sich entwirklicht, und eine
s eue göttliche Schöpfung im menschlichen Geiste verwirklichen muß, lang-
m er lahmte, sich in der Nutzung des Gewonnenen bequemte und in die
ee Hosen Atome einer Massenwelt mit Masseninstinkten und Massenorga-
ls ationen auseinanderspaltete. Daß der alte Goethe schon, daß Baudelaire
u nd vereinzelte Dichter in fast allen Völkern, daß Wagner und Nietzscheauch einige weniger starke Geister sich im offenen oder stillen
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