te n „Fortschritt" weitergegangen, aber in den einsamen Seelen der Dich-ter und Denker sammelten sich überall die geheimen Kräfte des Wider-standes gegen die unsägliche Verarmung und Verödung des Lebens undes war „dieses unterirdische Pochen eines neuen europäischen Schauers,der Beginn einer unbürgerlichen Welt", den George auf seiner Wander-schaft durch fast alle Länder aus den feinsten Saiten der Völker erhorchteUn d bald selber erweckte.
Dem jugendlichen Sucher, der nicht ausgezogen war, um irgendeinenß ildungszweig zu pflegen, sondern auf den ursprünglichen Ton des HerzensUn d der Sprache zu lauschen, den er selber in sich trug, hatte Frankreichdle erste berauschende Gewißheit gegeben, daß es außer dem trostlosenUr außen gieriger Hast oder schmählichen Behagens noch ein TraumlandV °H fremder Zauber und rätselhafter Bilder gebe und Dichter, die an seineWirklichkeit glaubten und dafür ihr Herzblut opferten. Durch Baudelairen <3 die Symbolisten war ja vom frühen Deutschland und vor allem vonn gland her ein Germanisches in Frankreich vorgebrochen: sie suchtenUr *i ersten Male das Urtümliche in der Dichtung wie es Herder und Höl-er Hn zuerst verstanden und von da aus hatte der junge George ihr Tungriffen: ihren neuen Ton, der in der deutschen Seele ungesucht und un-§e ^ußt schon schwang.Diesen gemeinsamen Ausdruck der künstlerischen Wiedergeburt vorle m, aber nicht so sehr den gegenzeitlichen der verneinten BürgerweltPiegeln die Übertragungen Georges wieder. Daher warfen die Franzosenhl *i vor, daß er ihre Dichter zu schwer genommen habe und diesen Ein-ri »ck besonders bei Baudelaire und Verlaine noch durch die Art seinerUs wahl verstärke: nämlich durch Weglassen des Äußersten in ihren Er-eignissen nach der perversen und ironischen Seite hin. Für unser deut-I es Gefühl hat dadurch das Bild jener Dichter eher gewonnen als ver-re n. Baudelaire steht da als der Beherrscher des Rhythmus im strengeny°ienbau, Mallarme als der Verdichter und Zusammenballer des Ge-lr nnisvollen im Vers, Verlaine als der erste Franzose mit einer freischwin-Sei »den Liedform. Denn Mallarm6 leugnete ähnlich wie Poe einen Gefühls-srund als nötige Voraussetzung für das Dichten und setzte an dessenel le die künstlerische Berechnung — Grundsätze, die eben Dichter sichRauben können. Er wollte die Begriffe von jeder gewohnten Bedeutungreien und durch völlig neue Wort- und Lautverbindungen visionäre Bil-r erzeugen: das Gedicht sollte ,mystere' sein, aber nicht im Sinne vone neirnnis wie wir das Wort fühlen sondern rätselhaft dunkel selbst bisr Unverständlichkeit und die weiteste Möglichkeit zwischen Sinnbildd Aussage umgreifen. Das führte ihn zu einem überfeinerten Formalis-
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