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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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spiels einer versinkenden Seele: als der Schwimmer sich gerettet glaubteund ein Traum von neuen Zeugungskräften ihn noch einmal umgaukelte.waren die Wasser schon über ihm zusammengeschlagen: Er dichtete denJaffier imGeretteten Venedig", der aus Schwäche geht wo er bleiben WÜfcder verrät wo er retten will und in der Not noch nach dem Verratenen ruftWas dann blieb war die Rückkehr in das von ihm selbst verurteilte Tun.das schlimmere Paktieren mit den von ihm selbst verworfenen Menschenund Unternehmungen, das Immerschlechterwerden der Erzeugnisse einesbedeutenden deutschen Dichters. Die äußeren Begleitumstände sind schnellerzählt: Im Beginn des Jahres 1903 verlebten die frühen Gefährten nocheinige schöne Wochen in München miteinander und bereiteten die Aus-gabe der Gedichte Hofmannsthals im Verlag der Blätter vor, die im Herbsterschien. Im folgenden Frühjahr besuchte George den Gefährten in Wien-um ihm die siebente Folge zu bringen und von ihm sein schönesGesprächüber Gedichte" zu erhalten, in dem er das JAHR DER SEELE zum Mittel-punkt eines tiefsinnigen Gedankenspieles über die Symbole gemacht hatte-Als aber George im Herbst das ihm gewidmeteGerettete Venedig" er-hielt, von dem er sich nur einige Glanzstellen von Hofmannsthal hattevorlesen lassen, war er tief enttäuscht von der Dichtung und tiefer ent-täuscht als Hofmannsthal zur Aufführung des Stückes sogleich wiedermit dem Theater in Verbindung trat. Er traf am Tage nach der BerlinerAufführung, der er jedoch nicht beiwohnte, mit ihm zusammen und hieltmit seinem Urteil nicht zurück. Hofmannsthal, der in diesem Werk den Be-ginn einer neuen Schaffenszeit gesehen hatte, mußte sich wenige Jahr*später jenes harte Urteil selbst zu eigen machen und bedauerte tief, daß g e 'rade dieses Buch Georges Namen trüge. Doch war dies für das längst voll-zogene Geschehen nur ein Zeichen und Hofmannsthal mußte von nun a 11seine Wege gehen. Er blieb auch dort noch mehr als tausend andre undbefruchtete eine ganze Schicht des öffentlichen Schrifttums, er wurde auchin Film und Zeitung niemals subaltern aber der Hofmannsthal d efBlätter-Frühzeit war erloschen: der einzige dessen Werk noch leben wird'wenn das des heutigen längst verschollen ist. Wenn man die Scheidungdes dichterischen Rhythmus in eine harte und eine glatte Fügung zulasset 1will, wären die Gedichte Georges der harten ernsten Fügung, in der da seinzelne Wort selbst taktische Einheit ist, die Hofmannsthals mehr de fglatten geschmeidigen Fügung zuzurechnen, in der sich mehrere WÖrte feinem bildlichen Ausdruck oder gedanklichen Zusammenhang unterordnen-Der gleiche Unterschied gilt auch für die Prosen der beiden Dichter, di evom Beginn ihres Schaffens bei George sehr sparsam bei Hofmannsth»reichhaltiger die dichterische Erzeugung begleiteten. Bei diesem schwi°'292