Druckschrift 
Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
Seite
291
Einzelbild herunterladen
 

Aber er verstand darunter mehr ein ehrfürchtig entgegengebrachtes Zu-bauen von außen als ein Tätig-Bewirkendes Werkhaft-Verpflichtendes imachter selbst. Er glaubte für unser Weltalter nicht mehr an die Bildunge "ier leibhaften Gemeinschaft:Es ist das Wesen dieser Zeit" sagt er inde m ebengenannten Aufsatzdaß nichts, was wirkliche Gewalt hat über^e Menschen, sich metaphorisch nach außen ausspricht, sondern alles insinnere genommen ist . . . Keine eleusinischen Weihen und keine sieben Sa-kramente helfen uns empor: in uns selber müssen wir uns in höheren Stander heben, wo uns dies und jenes zu tun nicht mehr möglich, ja auch dies undJ e Hes zu wissen nicht mehr möglich: dafür aber dies und jenes sichtbar,Ve rknüpfbar, möglich ja greifbar, was allen anderen verborgen. Dies alles*> e ht lautlos vor sich und so wie zwischen den Dingen. Es fehlt in unserere »t repräsentativen Dingen an Geist und den geistigen an Relief". Daher^ußte ihm im Werke Georges Gleichnis, wenn auch tiefbewegendesle ichnis bleiben, was diesem schon Wirklichkeit, tiefgeglaubte Wirklich-st war und wenn George ihm, sein innerstes Erleben andeutend, vom"Geheimnis des Ringes" schrieb, so konnte der Dichtergeist des Gefährten^°hl ahnend an diese Sphäre rühren, aber die Kraft des Blutes reichte nicht^ e hr hin, um die Wahrheit des Geschehens auch zu leben. Die tiefe Sorge,le der Siebzehnjährige in seinem VersspielGestern" dem Andrea in den^ Ul *d legt eine Angst nur lebt in meiner Seele: daß ich das Höchstele fste doch verfehle!" lebte jetzt in dem fast Dreißigjährigen verzehn-ac ht auf. Er hat uns in dem Brief des Philipp Chandos selbst in erschüt-er nder Weise erzählt wie ihm die Dichtersprache verloren war diewederle lateinische noch die englische noch die italienische und spanische ist,° n dern eine Sprache, von deren Worten mir auch nicht eines bekannt ist,n e Sprache, in welcher die stummen Dinge zu mir sprechen und in wel-er ich vielleicht einst im Grabe vor einem unbekannten Richter mich^antworten werde" und die eingangs an Lord Bacon gerichteten Er-n erungsworte an diegemeinsamen Tage schöner Begeisterung" lassenr muten, daß sein Geist hier wie so oft bewußt oder unbewußt mit Ge-ge Zwiesprache hielt: denn es sind die Worte, mit denen dieser ihm die

Herfahrten gewidmet hatte.

Wie ein gewandter aber an bösen Wirbeln müd gewordener Schwimmer

e hrte sich Hofmannsthal in diesen Jahren gegen das Versinken: er fühlte

le schlimme innere Erstarrung kommen, er sah verzweifelt, daß er die

a higkeit verloren hatte, Gedichte zu machen wie denn sein letztesder

J c hiffskoch" das schwächste seiner Gedichte in den Blättern ist,er wußte,«

e r »die nie betretene Landschaft", in der George lebte, erreichen mußte

tau-

291

0(3e r ins Düster sinken würde. So kam das Schmerzlichste dieses Schau-