verschweigen, deren Lautwerden töten müßte. Aus diesen Versen bebenauch ohne Wissen um pelasgische Alter die Urschauer des Nacht-Grarne sund der Traum-Liebe und gerade als Seelenbilder der jüngsten Zeit, dievor den ewigen Mächten gleich alt ist wie die frühere und frühste.
Die starken mit- und gegeneinander handelnden Partnerschaften derMünchener Gemeinschaft, aus deren festlichen und feindlichen Beziehun-gen wir die Spiele verschiedenster Art erwachsen sahen, hatten auch einig ebetrachtenden Prosestücke über das Drama hervorgetrieberi, welche in dersiebenten Folge Aufnahme fanden. Die frühere ablehnende Haltung gegendas gegenwärtige Theater und eine grundsätzliche Höherwertung des Dra-mas vor anderen Dichtungsgattungen wurde in den Merksprüchen bei-behalten. Doch waren inzwischen auch im eigenen Kreise die alten roman-tischen Versuche wieder aufgetaucht, im Drama außerkünstlerische Le-benswerte, solche mystisch-religiöser Art zu finden und das sogenannte„Kultdrama" als das älteste und echteste zu erweisen. In seinen Ge-danken „über das Drama" zeigte daher Wolfskehl die tiefen Unter-schiede auf zwischen Kultvorgang und Schauspiel: „Drama und &*»verhalten sich wie Kultgemeinschaft zur Gesellschaft, wie Opferfeierzum Fest. — — Im Kultvorgang ist Leben und Symbol eins, i{nDrama, der einzigen der Kunst überhaupt möglichen Darstellung desLebenszustandes (nicht des von allen Künsten umbildbaren I n'h a 11 s) stehen sich Leben und Symbol nach Wiedervereinigung strebendgetrennt gegenüber. Piatons Deutung des Erotischen gilt auch hier,der Kult wird gelebt, das Drama erlebt". Wohl aber läßt Wolfskehl einevorsichtige Scheidung von religiösem und Gesellschaftsdrama zu. Dennauch wo das Drama in den heiligen Dienst einbezogen war, zeigt es men*als jeder andre Kunstausdruck das Bestreben, sich von dieser Fessel z ulösen und gerade der Chor, in dem die besten Kunstlehrer bis zu Nietzscheden mystisch-irrationalen Kern des Dramas zu erkennen glaubten, löst esvom Kultvorgang ab, trennt die Handelnden von der Gesamtheit der g ott 'trunknen Menge, die durch den Chor erst zum Zuschauer wird: ..i 1 * 1Chor vollendet sich die Verbildlichung des Vorgangs zur Raumdarstellung
-------er formt das Los der handelnden Personen, indem er es spiegelt ode
wiedertönt, bis zur letzten künstlerischen Klarheit heran". Wolfskehl stelldann kurz die Grundlagen des religiösen Dramas in Griechenland und irngermanischen Mittelalter dar: dort sei es aus den Erschütterungen dedionysischen Orgiasmus, hier aus den mystischen Erregungen der Kreuzfahrer und minderen Brüder entstanden, während das Drama des neuereEuropa aus der an den Höfen sich bildenden Gesellschaft geboren wurde-Es ging mit dieser Gesellschaft im 19. Jahrhundert unter und nach seiner282