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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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südlichen Wesenheiten gemischt gab das umsetzende Mittel für die Ver-bindung der drei Elemente her. Mit seiner vortreibenden Gewalt, die all eGärungen zur höchsten Reife führte, immer das Äußerste des Möglichensuchte, stieß er die Kräfte und Sehnsüchte aller bis in die Tiefe auf undtrieb das gemeinsame Wissen bis zur letzten Folgerung gemeinsamenWollens. So stießen sie zusammen, stachelten und erhitzten sich gegen-seitig in ihrem Bunde und erzeugten in den Jahren 19001904 jene Glut-luft in München, welche alle die hineintraten verwandelnd ergriff, die Stadtzu einem Orte neuer Trächtigungen machte, ja in ihren Folgen weitüber die Stadtgrenzen hinaus die geistigen und seelischen Lagerungen inDeutschland umschichtete. Denn alle inneren Wandlungen und Wallun-gen des deutschen Menschtums, die von gesellschaftlichen, staatlichenwissenschaftlichen und anderen Bewegungen und Strebungen überdecktwaren, kamen damals in München in bedeutenden Menschen zur Erschei-nung. Ihre Träger, die Kosmiker, wie sie später genannt wurden wobeimit dem Worte kosmisch insofern eine Umdeutung vorgenommen wurdeals es nicht mehr den Sinn vonrund"geordnet" sondernzum Urgrunddringend" erhalten hat die Kosmiker also stritten zunächst mit, danngegen George um die Verwirklichung aller aufgebrochenen Sehnsüchteund maßen sich in einem äußersten Entscheidungskampf um das NeueLeben. Jede Stunde der gemeinsamen Zusammenkünfte brachte vermehrtesWissen und gesteigerte Kräfte, auf nie erhörten Festen stellten sich di eaufgewühlten Gesichte in den Personen der Träger selber und der sie um-gebenden Männer und Frauen lebendig erregend dar und die Erschütte-rung der Geister gab sich in der Gebärdung der Leiber sichtbar wandeln^kund. Ja die bürgerlichen Feste der Münchener selber wurden für einigeJahre mit in den neuen Umtrieb gerissen, ihr Taumel hatte einen anderenvorher und nachher unbekannten Ton und in der Erinnerung zitterte auchbei denen ein Schimmer davon nach, die an sich ganz unbeträchtlichwaren aber nicht minder tief erregt wurden. Das alles geschah in einemDeutschland rationalster Gelehrsamkeit, betriebsamster Wirtschaft undbürokratischster Staatsart. München freilich, auf noch unvernutzter Erd'kraft ruhend, war noch das allverstehende und allaufnehmende gastlicheMünchen, der Mutterboden für alle anderswo entstandenen Keime, diehier zum Blühen gebracht wurden und für ihr Gedeihen jene unnachahm-liche Lebensluft fandenmit jener begrifflich schwer zu fassenden unddennoch unserem Gefühl so deutlichen so vertrauten Einheit von Werdenund Verschwenden, von ewiger Gegenwart, zweckloser Schönheit, Hin'gäbe und Rausch". Diese in seinem Volkstum so verschlossene, doch i°seiner geistigen Lage so offene Hauptstadt der Bayern war damals noch

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