m aß er den Dichter und sah von den ersten Büchern bis zum TEPPICH DESLEBENS ein stetes Schwächerwerden urzeitlicher Seelensubstanzen undei n immer Stärkerwerden des Geistes, das heißt von seiner Sicht aus deschristlichen Logos: „Wir kennen", so faßt er in seiner etwas schwerflüs-sigen Prose diese Linie des dichterischen Werkes in dem Lotse-Aufsatz2u sammen, „kein Buch aus der neueren Geistesgeschichte, in dem wie hierSo marmorspröde Kälte der zeitlose Augenblick so fesselloser Wildheitw äre. In Georges ALGABAL lebt etwas aus jener Zeit, da das HeidentumSc hon im Kampf mit fremdartigen Schauern die unergründliche Isis be-schwor und im Urboden seiner Herkunft Vulkane einer anderen Weit-ende pochen hörte. Aber wie damals aufgärende Göttlichkeita st völlig zerbrach vor dem Marterholze der Christen, so senkt sich auchln Georges Dichtung die gebäumte Woge und blaßt unter frostig herein-br echender Helle". Klages verfolgt nun in den BÜCHERN und im JAHR^R SEELE diese „Wendung Georges zur Kunst und Meisterschaft", wieer es nennt und fährt dann fort:
»Völlig hat sich die Bühne verändert im jüngsten Werk Georges: DERTE PPICH DES LEBENS. Nicht nur, daß der Schimmer der Jugendlich-st dem herberen Zug der vollen Reife wich — tiefere, von der Person deslc hters unabhängige Brüche haben sich inzwischen ereignet. Wir stehenu * christlichem Boden und unter dem leuchtenderen aber wärmeloserenar benhimmel einer transzendenten Kirchlichkeit. Nicht mehr erdhaftens tinkte wölben sich zu sinnlichen Symbolen, sondern der Geist he-rrscht, was ohne ihn der wahren Weihe ermangeln müßte".
ß as Buch selbst malt diese historische Schichtung des Georgeschen
Werkes, die wir nur im Auszug zitierten, in noch leuchtenderen Farben
au s, und noch schrecklicher erschallt der Ruf der Klages'-Kassandra gegen
etl tötenden Geist im Werk des Dichters, in dem wohl Urleben ist aber
ls späte reifeschwere Kultur, in dem wohl das All Mensch geworden ist,
ber nicht das Leben des Urwalds und nicht dämonische Erdnatur, in dem
°"1 dionysisches Altertum sich zu gegenwärtigem Leben erneuert hat,
ber nicht der Märchenzauber germanischer Vergangenheit. Durch Ge-
r ges Werk hat nach Klages Worten „ein Umlaufsjahr der Seele sich voll-
eri det", so daß wir ))( jem Kern um eine Spanne näher sind als zwischen den
y^ndlichtern der Romantik", aber das alles ist für Klages „noch Fata
"Organa, ist Spiegelung einer Landschaft zu der wohl ein weiteres
miauf jähr uns geleitet". Man spürt aus diesen wenigen Andeutungen,
a ß hier noch Ausdruck glühenden Lebensdranges ist, was später in der
"Erkenntnistheorie" verblaßte: es war verhüllte Kampfansage, Aufruhr
lc ht nur gegen die neue geistige Gestaltung des Dichters sondern gegen
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