e m stetes Gefühl der Furcht vor dem Aufgehen in George hinderte stets■M volle menschliche Nähe zwischen den beiden, nach scheinbar engemAnschluß ging Klages immer wieder monatelang beiseite, vergrub sich ins eine grüblerische Einsamkeit, um plötzlich wieder mit den Ausdrückeninniger Zuneigung zurückzukehren. Kaum jemals ist ein solches Schwan-* e n in der Freundschaft zarter aus dem gebenden und nehmenden Verhält-nis zweier Seelen gedeutet worden als in dem Spruch L. K. im JAHR DERS EELE, wohl niemals männlich-duldsamer um den Nordbruder mit der°ckung der gemeinsamen Heimat des Lichtes geworben worden. Wennüe nnoch in einem Manne solche Furcht vor dem Aufgehen im anderen be-gehen bleibt, verwandelt sie sich notwendig in Gegnerschaft, er muß nach* ln er Rechtfertigung für die Beharrung im Eigenbrodel suchen, muß zure hauptung des eigenen Selbst ein Wertvolleres in sich finden, als die Ei-nu ng mit dem Freunde oder Meister oder Gotte es böte: eine Rechtfer-•gung für das verweigerte Opfer der Hingabe, sei es ein tieferes Wissen,ln größeres Können, eine höhere Gerechtigkeit oder was sonst immer auset n trüben Spund der Eigensucht quillt. Bei Klages entstand durch denUs ammenstoß mit dem Werke Bachofens das Gefühl der größeren Ein-lc nt und daraus genährt für einige Jahre das Gefühl der größeren Macht.Um dies zu verstehen müssen wir uns erinnern, daß trotz aller Zurück-a 'tung nach außen in George und der Dichtergemeinschaft der Blätter^ r Anspruch auf eine Erneuerung, auf „eine glänzende Wiedergeburt der^-Unst" und von dieser Kraftmitte aus des menschlichen Lebens in seinerganzen Tiefe und Breite herrschte. Während George hierin von der Ge-^heit dessen war, den sein getanes Werk schon in die Reihe der großene stalter rückte, litt Klages an der quälenden Frage, ob dieses europäischee nschtum und vor allem die Deutschen überhaupt noch einer Wandlungahig wären. Die Zweifelsfragen, welche er schon in der vierten Folge er-ben hatte: „Wäre vielleicht doch unsere Kunst die traurige Glut einerkenddämmerung über einem Menschheitstage welcher untergeht? Ist derer stand die feindliche Gewalt und fähig, die Glut des Wollens zu löschen?er den alle Leidenschaften schließlich untergehen in einem Fanatismuses Erkennens und dieser selbst noch in teilnahmloser Allwissenheit?"lese Fragen kehren in zwei Aufsätzen vom Ende der neunziger Jahre"Vom Selbstbewußtsein des Künstlers" (Die Zeit Febr. 1899) und „Be-■^rkungen über Goethe" (Soz. Mon.-Hefte Sept. 1899) abermals wieder.r schließt den ersten mit den Worten: „Wird — die Entwicklung weiteru bisher noch nicht erfahrenen Formen der künstlerischen Würde fort-^"reiten können? Droht etwa aus dem Lager der Wissenschaft demu nstlertum als einem selbständigen Machtbereich seelischer Antriebe ein
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