im Griechischen, sondern im Römischen wurzelten und wenn sie nachseiner Vorstellung auf dem italischen Boden auch bis in die ältestenSchichten noch unbenannter Vorzeit reichen mochten, so fühlte er amlebendigsten doch die Erinnerungen an das Kaiserliche Rom, über dessenTrümmer er einmal neun Tage lang gewandelt war. In dessen Prunk undGröße war er zu Hause: in den ungeheuren Spannweiten CäsarischerBögen, bei den reuelosen Leidenschaften jenseit von Gut und Böse, ja fa stschon bei den schlimmen aber ungeheuren Sittenbrüchen jener Geschlech-ter des verderbten späten Rom, das nach seiner Meinung unter Nero denGipfel frei aufschäumender Lebensgewalt erreichte. Was vorher schonvon griechischen Philosophen und Priestern begonnen, in den Kaisernstoischer Lebensrichtung auch in Rom erschienen war, brach dann, sosah er es, mit dem Christentum vollends über das Abendland herein: di eHerrschaft des Verstandes, das weiße Licht aus kalter Höhe, kurz da sMolochitische, wie er es nach dem kinderfressenden Moloch der altenSemiten nannte. Denn während für ihn die Arier die aufbauende Lebens-kraft darstellten, vertraten die Semiten das zersetzende oder erstarrend«Element und das Schimpfwort Jude diente ihm zur Bezeichnung einesLebensfeindlichen, wie er etwa Luther einen Juden nannte oder im Zornselbst seinen Nächsten, den Niedersachsen Klages, verdächtigte: „Manweiß ja, die Phönizier kamen auf ihren Handelsfahrten die Ems undWeser herauf, ließen dort ihre Spuren: also Klages? — wohl auch Jude!Platoniker, Juden und Christen also hatten die Welt des von Dionys° sbewegten leibsinnlichen Stoffes durch den Logos zerstört, und im Ver-gleich mit der schicksalträchtigen Lebensfülle der Geschlechter der Vor-zeit erschienen ihm die Männer und Frauen der christlichen Zeit w> eblasse blutleere Schemen, der mütterlichen Erde nicht würdig, die dieseerstorbenen Larven noch gerade duldete. Die Deutschen hatten von ih rursprünglich gewaltige Blutkräfte erhalten und in der Mischung mit R orrlzum Blühen gebracht, noch jetzt waren um Rhein und Donau erdhaft eheidnische Substanzen, wie er es nannte, lebendig geblieben, aber sonS*war überall wo Protestantismus und Rationalismus herrschten ein f aShoffnungsloser Niedergang des europäischen Menschtums erfolgt. Er ver-achtete das gänzlich unkosmische Rußland, verabscheute die mechanisier-ten Westmächte und haßte Preußen, das von Westen Wirtschaftstaurneund Geldgier zu uns gebracht hätte.
Wie unbedingt in der Zuneigung war er auch leidenschaftlich und maß'los in der Ablehnung: gegen Feinde brach er in wildes haßerfülltes SchimP'fen aus und schleuderte seine xrj^« dann, Geschosse des Gottes, von beiße 0 'dem Hohn und Ingrimm gegen alle Vertreter eines verachteten Sehe« 0 '
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