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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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ihr Ursprung aus dem Dunkel erkennbar ist. Sie alle wissen um den Todund manche lassen ihn fast erscheinen. Albert Verwey hat im Jahre 189 8in seiner Zeitschrift Wolfskehl so geschildert:Es ist eine dionysische Na'tur, einer in den wie in mehr junge Deutsche ein Funke von Nietzsche fiel-Aber die Bacchantenfreude und der reigentanzende Gliederwurf haben ihrenverwirrenden Zauber unter den Spiegeln eines vielgeschliffenen GeistesIch kann mir eine Gestalt wie diese nicht als Held eines Volkes denken,aber nur aus den tiefen Wundern der deutschen Erde konnte doch diesergärende Brodem sich färben und nur durch den Saal sehr geschulter G*"danken konnte er in so feinen Formen spiegeln. Daß man nicht der ersteund doch so vollkommen sein kann bewundre ich." Er müßte dieses°für das folgende Jahrfünft mit den gleichen aber tiefgedunkelten Farbenmalen, mit den Farben jener aufgebrochenen Schlünde, die Wolfskehlselber in der Totenklage auf den griechischen Maler Nikolas Gysis g e 'braucht, wo der helle Himmel Griechenlands und das selige Wunder fronvmer Inbrunst zurücksinkt vor dem neuen Gesicht:

Der erde rote gluten brechen ausEin uralt neu geschlecht von gott-dämonenRollt seine donner über uns. BlutqualmSchwält aus den höhlen auf in flackernde nachtDie von gebärenswehen schwer erstöhnt.In rauschesreigen schlürfen wir das dunkel:Doch unser dankgedenken ehrt dich ewig:Der ein elysisch schaun uns noch gegönnt.

Dieser Mensch mit dem Gehalt von Jahrtausenden in seiner alten Seele-mit einer überquellenden Aufbruchslust in seinem jungen Geiste, vomMeister in allen Schichten seiner vielfältigen Natur aufgeweckt und m«neuen Hoffnungen geheim genährt, dieser brodelnde Orientale und tiei eDeutsche zugleich trat nun durch die Entdeckung Bachofens in eine näher eVerbindung mit Schuler und Klages. Keinem von beiden war er anfang 8besonders willkommen gewesen: Schuler hielt die Juden für eine nieder eMenschenklasse und verachtete sie, Klages wollte mit ihnen nichts zu tunhaben, mußte sie aber immer suchen, und beide verfielen ihrer uralteSchläue. Sie hatten sich Wolfskehl nach und nach genähert und ließen sie» 1von ihm auch da erschließen, wo sie nicht wollten, sie unterlagen seinerstärkeren Magie und ergrimmten nachher aufs tiefste, daß sie sich hattenöffnen lassen, Schuler, weil er die dumpfere unbewehrtere Natur war-Klages weil der seiner Selbst-Ungewisse stets einer Erhöhung seines Selb sbedurfte, um zu bestehen und dadurch die Kraft des Gegners zu niedrigschätzte. In der Ehrlichkeit und Echtheit des Wesens waren ihm daherSchuler sowohl wie Wolfskehl überlegen, jener log nicht mehr zu sein als er246