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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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keit den goldnen Lichtreiz aus Nebeln und Finsternissen entstehen zu las-sen .. unübertrefflich in der tiefen Deutung des Leides und, ohne kirchen-gläubig zu sein, das Christliche in seinen ewig menschlichen Werten zu er-fassen .. wunderbar in der Größe seiner Meerbilder, vorbildlich in der Liebe2 u seinem Land und unbegreiflich darin, wie seine klaren Gedankensichtensich mit bunten großgeschauten Märchenzügen paaren und seine Schau insDinglich-Nahe, ja zuweilen Gegenständlich-Harte sich plötzlich beschwö-re nd und verführend in ein Rauschhaftes überschwingt und unsere Einbil-dung wie bei den Schlußgedichten der sechsten Folge in die Schauer desJodesgottes hinabreißt, mit dem der Dichter einen Atemzug lang ver-schmilzt und nur weil er dichtend besteht auch uns wieder ins Licht führt.u ies hat er vor Rembrandt mit dessen Selbstbildnis auf einer kleinen frühenRadierung er bedeutsame Ähnlichkeit hat und den er über alles verehrte0r aus: bei Rembrandt wirkt der Durchbruch nicht immer siegreich, son-er n oft bleibt sein Dunkel ringsum drohend geballt, während die Licht-au le starr im Raum, ja manchmal nur ein Lichtfleck an einem gleich-artigen oder gar häßlichen Etwas hängt.. Verwey bleibt klar auch wo erle *> schön auch wo er sachlich ist.

Wäre George nicht die verbindende Mitte zwischen diesen Männern ver-

c hiedener Stämme, so wüßten wir kaum einen Weg zu dem vierten Neuling

er Blätterfolgen: so fern erscheint all denen, die wir bisher betrachteten,

er eine Ludwig Derleth, der wohl undurchdringlichste von allen Gefähr-

en Georges, dem öffentlichen Deutschland noch heute ein Unbekannter und

° c h neben George eine der stärksten Kräfte unter den deutschen Dichtern

es letzten Halb Jahrhunderts: ein katholischer Mainfranke vom Südhange

es Spessart, wo er im Jahre 1871 in Stadtprozelten am Main geboren

Ur de. Nach einer kurzen Lehrtätigkeit an höheren bayrischen Lehranstal-

en lebte er hoch über dem Marienplatz in München mit seiner Schwester

n na Maria in großer Einfachheit und mit der längst verschollenen Strenge

ere r, die nur das Gebot ihres göttlichen Herrn erkannten und seine Macht

Erden mehren wollten. Derleth war im Gegensatz zu seiner hellgold

°nden und blauäugigen Schwester sehr dunkelhaarig und dunkeläugig,

°n kleiner Mittelgröße, aber äußerster fast überstraffer Haltung, sein

Ic k war scharf und fordernd, stolze Falten standen über der geraden

' "malen Nase und um den festgepreßten Mund. Alles an ihm war napoleo-

ls ch-ekklesiastisch, Befehl und Priesterheischen seine Rede. Aber er war

' aller Gespanntheit ganz Würde und Adel und ohne störende Ver-

e "Ung: ein einzelner, aber rein in sich. Wie ein Adler beobachtete er aus

r Höhe seiner Zurückgezogenheit die Bewegungen seiner Zeit, ob sich

Wa ein Feld zum Handeln biete, die Schwester war seiner Unbedingtheit

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