zum ersten Male auftauchen. Felix Maltz, dessen giftig schillernde Land-schaften auf eine Abhängigkeit von Baudelaire deuten, war eine vorüber-gehende Erscheinung und verschwand bald.
Henry von Heiseler, aus ursprünglich deutschem Geschlecht, hatte auchWesteuropäisches Blut in den Adern. Er war im Dezember 1875 in^t- Petersburg geboren und ist im tiefsten Rußland unter dem Schattendes Kreml aufgewachsen. Im Weltkrieg bei dessen Beginn er gerade inRußland weilte, stand er als russischer Offizier auf Seiten des Zaren und°ach der Umwälzung brachte ihn das wirbelnde Geschick in den oberstenStab der Sowjetarmee gegen Polen. Durch eine abenteuerliche Flucht undUnter Verlust seiner Güter entzog er sich den bolschewikischen Macht-habern und kehrte nach Deutschland zurück, wo er sich schon um die Jahr-hundertwende im Inntal angesiedelt hatte. Als George ihn im Winter^02/03 in München zuerst kennenlernte, fiel der junge Deutsch-Russedurch eine schöne schlanke Gestalt und gewählte Haltung auf, die auchden Mann nach all jenen Stürmen der Zeit noch ausgezeichnet hat. Seine"■rt sich zu geben, entsprach ein wenig der des reichen verwöhnten Jüng-lln gs der Bibel, der mit dem schönen sicheren Blick des Vornehmen die^ r Öße des Meisters ganz erkennt, aber das letzte Opfer der Hingabe, den"erzieht auf die bunte Vielfalt der Dinge, nicht zu bringen vermag. Da-mals bezwang ihn beim ersten Sehen, wie er uns erzählte, „die natürlich-hebenswürdige Anmut" Georges um so mehr als auch ihn das Gerede vonder „äußerst exklusiven Haltung" des Dichters schon erreicht hatte. Einktztes Zögern blieb, aber in den nächsten Jahren überließ er sich im Kreisder Münchener Freunde ganz der meisterlichen Führung und seine Ge-dichte in der sechsten und siebenten Folge sind ein Zeugnis dafür, wiea uch das östlichste fast schon der Heimat entfremdete Deutschtum jenseitder baltischen Marken in die Glut der neuen Dichtung eingeschmolzenw urde.
Denn Heiseler fand umgekehrt wie andre nicht in Rußland sondern inDeutschland seine Heimat wieder und vermied dadurch die Gefahren,denen diese bis zur Verleugnung des Mutterbodens unterlagen. Das fremderu ssische Element tönte freilich in Heiseler noch unverkennbar nach, alsSein Geist sich schon längst von der alten Steppenhochburg gelöst hatte."'"* hörten schon bei Waclaw Lieder jene slawische Note des Ostensfingen, aber die katholischen Polen stehen doch noch im römisch-kirch-Ilc hen und westeuropäischen Raum, in den Kaiser Otto III. sie einbe-schlossen hatte, die Russen dagegen sind geistig nach Byzanz und seelischn ach Asien gerichtet, sind für uns ein Undurchdringlich-Fremdes, in deme "i anderer Takt des Lebens schlägt.
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