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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Ausdruck fand, tat sich in der fünften und sechsten Folge als Handeln indie Zeit schon dar. Der Dichterkreis setzte sich nach seiner inneren Festi-gung in Bezug zur Volksgesamtheit und ging zugleich zu einer neuenAusprägung der dichterischen Handlung im engeren Sinne über, welcheeine Gemeinschaft zur Voraussetzung hat. Beides geschah zunächst nochvorsichtig und tastend: im ersten Bereich durch das Grabgeleit fürNietzsche und Böcklin und die ersten Zeitgedichte Georges, im zweitendurch die dramatischen Spiele und Gespräche:Die Aufnahme in den Or-den" von George, einen Auftritt ausDas gerettete Venedig" von Hof-mannsthal, die Einzelrede aus einem Trauerspiel von Wolfskehl,KönigKofetua",Alexandros",Antinous" von Gundolf, das vierte Bild derKatharina von Armagnac" von Vollmöller,Die Mädchen von Phaesana"und zwei EinzelredenKalypso" undDer Abschied" von August (Dehler,und die Chöre und Auftritte ausPolyxena",Anikate Machan" undDerLeibwächter" von Heiseler.

Obgleich alle diese Versspiele im Ton der neuen Dichtung schwingen,lassen sie doch in ihrer Handlungsform deutlich zwei Wurzeln erkennen:die Hofmannsthals und Vollmöllers nähern sich der älteren dramatischenForm aus dem Jahrhundert Goethes, sie haben noch das überkommeneTheater zur Voraussetzung, die übrigen sind in ihrer vereinfachten Hand-lungsart vom VORSPIEL oder den Doppelbildern im TEPPICH erregt undhaben die festlichen wie gestalterischen Bedürfnisse der neuengeistigenund künstlerischen Gesellschaft" zur Voraussetzung. Sie spiegelten nochunter geschichtlichen Namen und Sinnbildern das Geschehen der eigenenLebensgemeinschaft wieder oder suchten große Gestalten der Vergangen-heit in den Raum des eigenen Erlebens zu ziehen, immer aber blieben sieinnerhalb des engsten Lebenskreises und fanden ihre Darstellung ohnefremde Orte und fremde Kräfte in der schlichten Form des dichterischenHersagens oder der einfachsten Form der Aufführung durch mehrereFreunde. Das Theater hatte für diese Einheit von Ereignis und Gestaltungdes gemeinsamen Lebens keinen Sinn mehr. Wer in die Außenbezirkeging, vertat nutzlos sein Gut an die Vielen und Fernsten ohne auch diesendamit aus der Wahrheit zu helfen. Nur wer im Bunde mit dem Meisterund den Gefährten seine Kräfte dem nächsten und wichtigsten widmete,nährte den Keim des Neuen Lebens, aus dem allein auch einer größerenGesamtheit das Heil erwachsen konnte. Das war auch der Sinn des Weihe-spielsDie Aufnahme in den Orden", das unter mittelalterlichem Gewandden Ankömmlingen den ganzen Ernst der Verpflichtung an das gemein-same Wirken vor Augen hielt.

Es waren vier Neulinge, deren Namen in der fünften und sechsten Folge

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