schöne Name fand bald Anklang — ein ganzer Kreis wertvoller Menschen2 uerst einen rechten Begriff von Jean Paul bekam und dies dankbar an-erkannte, erklärten freilich die Wissenschaftler: „wissenschaftlich ist esvöllig wertlos." Und doch sieht man heute schon, daß auch die Forschung,wenn sie sich mit Jean Paul beschäftigt, nicht mehr an der vom „Stunden-buch" geöffneten Sicht vorübergehen kann. Auch Brentano und HebbelWl rkten wie neue Entdeckungen, andere sahen ein völlig verändertes Bildvon Mörike und selbst von Schiller. Gegenüber der literarischen unds chulüberlieferung stellte die Blättersammlung eine vom höchsten dichte-ri schen Anspruch bestimmte Ordnung dar, die bald auch das Urteil wei-terer Kreise beeinflußte und heute gilt Auswahl und Ausscheidung, die"•ernach vorgenommen wurde, schon als selbstverständlich und von jehergebräuchlich.
5- KAPITEL: DIE FÜNFTE UND SECHSTE
FOLGE
WÄHREND der Sammlung und Herausgabe der „Deutschen Dich-tung" hatte George die Arbeit am eigenen Werke nicht ruhen lassen:J e am Ende der Jahre 1901 und 1903 erschien die fünfte und die sechste°lge der Blätter, welche wir gemeinsam betrachten wollen. Das Vor-igen größerer einheitlicher Beiträge hatte die Zusammenfassung der bis-" er einzeln herausgegebenen Bände zu ei n e m Buche nötig gemacht: EsWar en dies die dramatischen Spiele und Gespräche, welche damals zuerstln den Blättern auftraten und den beiden Folgen ihr besonderes Geprägegaben.Schon im Beginn der neunziger Jahre, wie wir anmerkten, hatten diela tter sich mit der Frage des Schauspiels beschäftigt und die unkünstle-1Sc hen Formen, welche die moderne Schaubühne beherrschten, abge-lesen. Eine Belebung der Bühne schien ihnen nur möglich durch einyölliges In-Hintergrundtreten des Schauspielers und vor allem durch einee Ugeburt des dichterischen Geistes aus dem ehemals auch unsere Schau-spiele genährt worden waren. Mit dem steigenden Überhandnehmen desa uß eren Apparates und der Vortäuschung der Wirklichkeit — und welcher/^irklichkeit! — war, wie schon Anselm Feuerbach bemerkte, der letzteKe st eines Kunstgefühls von der Bühne verscheucht und ein Barbarismuse s Geschmacks erzeugt worden, „von dem die Kunst sich abwendet unden Staub von ihren Füßen schüttelt". Seitdem war auch noch das letzte
227