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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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an gsam aus dem Ringe klassischer-romantischer Vorstellungen und Ge-fühle. LENAU ist noch am tiefsten mit seinem Ton darin verhaftet, ge-winnt aber in seinen späteren Liedern eine neue Gedrungenheit des Wort-Un d Klanggefüges und tritt aus den überlieferten Bereichen in eine Ur-welt, wo er im Traum schon die Flöte Pans mit anderem Ohre hörtal s die Väter. Auch HEBBEL und MÖRIKE haben diesen Blick in nochu nbetretenen Raum. Bei dem halbheidnischen Holsteiner wie bei demst 'Hen schwäbischen Christen schweigen in den besten Gedichten fast alleWe rte der Überlieferung und ihrer Zeit. Wenn sie in ihren Dramen undErzählungen noch in der sittlichen Weltordnung Schillers oder im Mär-c nenbann der Romatiker stehen, so spricht aus ihren Gedichten die groß-§ e schaute Wirklichkeit der Dinge ohne Bindung an die Bildungsgehalte" re r Umwelt. In der Erschütterung des dichterischen Augenblicks ahnte bbel, daß die bestehende Form der Welt in sich zusammenbricht undln e neue dämmernd aus dem Nichts heraufsteigt. Mörikes Geist wittertle Luft des Unberührten und das Rauschen der uralten Wasser und seiner sWas aber schön ist selig scheint es in ihm selbst" ist wohl ohne'nckelmanns und Goethes antikenselige Augen nicht möglich und doch| ne Unklassizistische Prägung für das ewige zeitlose Bild der Schönheit:le könnte vom späten Hölderlin stammen.

Diese innere Loslösung, ein fast freies Treiben in der Zeit, das dem per-° n Hchen Schicksal der letzten vier Dichter etwas Unseliges gab, verliehren Blicken in die Natur eine neue Eindringlichkeit, ihrem dichterischen^üsdruck eine größere Farbigkeit, die sich bei C. F. Meyer zu einerls her unausdrückbaren Hochfarbigkeit des Tones verdichtet. Hebbel hatUer st die Nebelschleier der feuchten Dithmarschen, die meergraue Däm-er ung, streifende Schimmer und die lastende Enge unter dem schmalen0r dischen Licht in seinen Liedern aufgefangen. Auch die nur dem Nord-ischen faßliche Mischung von dunklem Bild und hellem fast kaltemedanken ist ihm eigentümlich. Aber seine Dichtung hat leicht etwasra nkelndes als ob die Sonne sie nicht ganz durchdrungen hätte undctl eint mehr aus der Anspannung eines mächtigen Willens als dem Über-u ß einer ergiebigen Natur entstanden. Die tiefsten Schatten und diear sten Lichter fehlen in seinen Gedichten aber sie haben, wie die Malera £en,die Intelligenz der Mitteltöne", die das besondere Merkmal unse-rer Tiefebene ist.

Bei Mörike dagegen scheinen heller Tag wie sichtige Nacht aus reinem° ne nden Licht gewirkt und ein Bild etwa wieDer klare Gürtel blauerüft" W ä re bei dem Dithmarschen so unmöglich wie die Schlußzeilen desdichtesAuf eine Lampe" und der Anfang vonNachts".

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