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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Marmorkälte Platens benommen: sie nahmen eine unverhältnismäßig großeAnzahl seiner Gedichte auf und legten dabei besonderen Wert auf da sGruppenartige ganzer Gedichtfolgen, an dem seine hohe formale Durch-bildung kenntlich wird.

Gerade an diesem Punkte wird der ganze Absturz zu HEINE sichtbar^Heine stößt uns von jedem Punkte ernüchtert oder enttäuscht hinab undbeschmutzt den Flügel der Dichtung, mit dem er uns aufzuschwinge"schien. Wir meinen nicht nur die absichtlichen Schlußernüchterungen*die in den wenigen Gedichten, welche die DEUTSCHE DICHTUNG voOHeine aufgenommen hat, fehlen, sondern auch jene Unregelmäßigkeite"der Form, welche aus einer scheinbaren Gefühlsschwankung hervorgehetaber in den meisten Fällen gewollte oder nachträgliche Überarbeitung 6 "sind und den Reiz in der Brüchigkeit und Auflockerung der Forme"suchen. Heine erzeugt den Schein der unmittelbaren Gefühlsäußerungoder zerstört selbst die echte, und geht mit einem witzelnden Seitenblickoder ätzenden Selbstbetrug an den Höhen und Tiefen des Lebens vot'über, die eben noch eine Welt bedeuteten. Er bezeichnet den Umschwungund macht die Linie des Zerfalls erschreckend sichtbar. Seine Wirkungbesteht vor allem in der Übermittlung der klassisch-romantischen Di cf1 'tung an die Epigonen in der leichtesten einfließendsten Form, und es i sfür die Entwicklung der deutschen Dichtung nicht belanglos daß ma"eine Zeitlang Goethes Gedichte mit Heineschen Augen ansah und geraoer bestimmend wurde für die Gefühlswelt der bürgerlichen Schichte"'Dennoch haben auch einige nicht zu unterschätzenden Geister Heine g e 'liebt, weil er dem deutschen Geist der Schwere durch seine Beweglich^ 1entgegenwirkte. Denn was er hinzubrachte war nicht nur die Aufwe 1 'chung der Sprache für die gefühlige Rührseligkeit, sondern auch für de"beißenden Hohn und die Erfassung politischer Stimmungen Dinge, d' esich auszuschließen scheinen, aber auch im niederrheinischen Nature 1(Köln!) zuweilen eine seltsame Eintracht finden.

Klarer und reiner klingt der Goethische Ton aus den vier letzten Di c "'tern desJahrhunderts" wieder. Jeder von ihnen ist bestimmt durch sei* 1 'Heimatlandschaft: LENAU und MÖRIKE durch die des Südostens « ndes Südwestens, HEBBEL durch die des Nordens, Conrad Ferdinan"Meyer durch die der Schweiz, und in diesem Landschaftlichen wände»"sie das Erbe Goethes in neuer Befruchtung ab. Aber in diesen weiteste"Bereichen Goethescher Wirkung im großen deutschen Räume verbind esie zugleich eine tiefere Gemeinsamkeit der dichterischen Artung, die V 1als ein Vollerwerden der Schatten und ein Wachsen der Farbigkeit t> e 'zeichnen können. Noch immer im Räume Goethes lösen sie sich doc"

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