Erschütterungen in Sprache wandelnd. Nur selten bricht durch den hohenGedankenschwung das unmittelbare Pochen des Herzens und überraschtUl *s dann durch die ungeahnte Tiefe, überrascht durch die schönste Eigen-schaft dieses männlichen Geistes: über sich selbst hinauszuweisen auf einMenschlich- und Göttlich-Höheres das sein Adlerblick erkennt.
Die zehn übrigen Dichter sind, wie im letzten auch ihre Väter GoetheUf id Jean Paul, gemeinsame Kinder des klassischen und romantischen Gei-zes, bald mehr vom klaren helleren Strahl, bald mehr vom farbigen dunk-ler en Strahl getroffen, Kinder zweier Grundkräfte des deutschen Mensch-tu ms, die in liebendem Ringen und gegenseitiger Durchdringung dasw under der deutschen Dichtung schufen und gerade in den schönstenGedichten ihrer Vertreter am deutlichsten die Einheit des Ursprungs er-en nen lassen. Der Atem Goethes, wenn nicht die weitesten Pole so dochle größte Dichte der Grundkräfte bindend, hat sie alle angehaucht undelbst wenn sie gegen ihn stritten, klang ihre Stimme doch in dem Raum,etl er umgrenzt und gebaut hatte und bekam von daher den gemeinsamen° n - Ob sie einen Kunsttrieb, den er mit vielen in sich gepflegt, nochtärker heraustrieben und dadurch für diesen Zweig einen volleren Klang,ltl bewegteres Maß gewannen oder ob sie aus neuen Landschaften ihm^bekannte Bildreize, aus verwandelter Umwelt neue Sichten entdeckten,le blieben dennoch in seinem Reiche. Seine weite Herrschaft überwölbten diesen Dichtern den gewaltigen Raum vom Rhein bis nach Schlesienn d Ungarn, von Schleswig-Holstein bis zur Schweiz und ließ ein deut-Cr »es Volk mit neuer Sprache entstehen, als noch seine Staaten in Feind-c «aft standen und die Versuche der Einheit — bis heute noch vergeblichar i alten und jungen Widerständen zergingen.
Die gewaltige erhaltende Kraft des Dichters Goethe stand in allen Jahr-e hnten gegen die ungeistigen Kräfte der reinen Verneinung. Ludwig° rr »e hat als Zerstörer und Auflöser mit dem Blick des Hasses gut ge-hen wenn er 1832 schrieb: „Goethe ist der König seines Volkes: ihn^stürzt und wie leicht dann mit dem Volke fertig zu werden! Dieseran n eines Jahrhunderts hat eine ungeheure hindernde Kraft, er ist einj> r auer Star im deutschen Auge, wenig, nichts, ein bißchen Hörn — aberZeitigt das, und eine ganze Welt wird offenbar. Seit ich fühle habe ich°ethe gehaßt, seit ich denke, weiß ich warum". Wie Börne dachten be-u ßt oder unbewußt bald viele im Bürgertum und Proletariat. Sie glaub-en > die Welt des Geisterfürsten zertrümmern zu können, wenn sie diete n Ideen und Erbwerte von innen zerlösten und die alten staatlichenn d gesellschaftlichen Einrichtungen von außen zerschlügen. Aber überle Brüche und Stürze lebte und wirkte er fort durch das Ewig-Dichte-
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