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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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tornen Gesichtern und euren Lilaträumen". Die Seiten welche Georgedamals für die Lobrede auswählte und dann im Jean-Paul-Bande derDEUTSCHEN DICHTUNG in reicherer Fülle zusammenstellte, waren ebenJeneBegeisterung-Stellen" des Dichters, welche bisher nie beachtet odergeradezu als abgeschmackt und krankhaft beschmäht worden waren. Esw aren die den Deutschen fremdesten Seiten Jean Pauls, welche wohl un-willkürlich auf die dichterischen Kräfte der Romantik wirkten aber nichtns Bewußtsein unserer Bildung eingingen und ohne die Spracherneuerungtreorges verschollen wären. Sie enthalten die Träume und Sichten dieserdeutschen Seele in einem rauschhaften Element der Sprache, das die klas-sische Dichtung eher vermied als suchte, in einer gesteigerten klanglichen~ rf egung, welche dem dichterischen Wort in seinem Ursprung eigentüm-ch ist, aber seit der Verselbständigung der Musik sich mehr und mehrv °n der Dichterstimme trennte und eben damals in dieser Kunst zurhöchsten Sonderbildung in Mozart und Beethoven erhob. Jean Paul er-weckte dieses Element, dessen Wesen in der unmittelbarsten sinnlichstenGefühlserschütterung, gründet, wieder in der Rauschkraft des Wortes, erg a b ihm statt der klassischen reinen Linie eine romantische Farbigkeit,st att der räumlichen Ordnung eine Tanzbewegung, das heißt: er spiegeltl m dichterischen Wort nicht die klaren Gegebenheiten der Natur und desGeistes wider, sondern glüht sie mit den Eindrücken auf, die ihre Spiege-lun gen in seiner Seele erweckt haben, entfernt sie dem Tatsächlichen undläßt alle Dinge und Wesen in einem entrückten Taumel schwingen. Sieentstehen und vergehen wie die Seelen in Emanuels Traum im Farben-getümmelsüßer am Lichte", im heißen Blumendunstesüßer am Dufte",lIn einschneidenden Schwirren der Klängesüßer an Tönen", in der dunk-ln großen Wonneträneam süßesten an ihren Geliebten". Das Strebendes modernen Künstlers, im Kunstwerk den Eindruck des Äußeren auf denfrieren Sinn wiederzugeben, ist für den Bereich der Klänge Töne undFarben zuerst bei Jean Paul gestaltetes Wort geworden. Daher das Flu-I er * und Wechseln seiner Bilder, deren Zug freilich fast immer durch einüberwölbendes oder steilaufsteigendes Schlußbild geschlossen und so nie-mals form- und grenzenlos wird. Aber sie scheinen unmittelbar der vomZauber der Natur berührten Seele zu entströmen und sich unvermitteltau s der Erregung des dichterischen Überschwangs zu erzeugen. In dieserFreiheit und Unmittelbarkeit des Seelenschwunges vermag Jean Paul dieWeitesten Spannungen vom brausenden Gefühlssturm bis zum zartestens timmungston, vom weitesten Weltenflug bis zum traumhaft verwehenden**auch zu umgreifen.Ja in der Fähigkeit dieser Umgreifung selbst beruht das formale Mittel

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